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Werden Schweizer arbeitsfauler?

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Dem ging 20 Mi­nu­ten nach. Fol­gen­der Ar­ti­kel kam dabei her­aus, wel­cher nicht ganz alles be­leuch­tet: http://www.20min.ch/f​inance/news/story/Sch​weizer-werden-immer-a​rbeitsfauler-25497107​

 

O.K., früher arbeitete man länger. Dies jedoch in einem «gemächlicheren Tempo» und unter weniger Druck, wie mir scheint. Haushalt und Familie inkl. Kindererziehung wurden nicht dazugezählt. Gut, dies hatten gab es bereits früher, doch früher reichte ein Einkommen um die Familie zu ernähren. Man war auch genügsamer als heute.

 

Bei den vielen Scheidungen gegenüber früher ist es zudem auch für Mann und Frau besser, wenn sie im Berufsleben sind (Rente, vom Staat unabhängig etc.) und mit dem höheren Tempo des Wandels etc. schritthalten können. Hier stelle ich mir die Frage betr. Wiedereinstieg und wie die Chancen dazu sind.

 

Teilzeitarbei​t kommt immer mehr, damit Firmen sparen können und offenbar arbeiten auch mehr Männer Teilzeit. Die Verwirklichung von sich selber steht immer mehr im Fokus, wie mir scheint. Offenbar kann man sich bei der Arbeit nicht genügend verwirklichen? Hat man mehr Druck und Stress, braucht es zudem mehr Erholungszeit.

 

Da der zumutbare Arbeitsweg 2 Stunden beträgt und einige von Bern nach Zürich oder Basel und umgekehrt pendeln, sind sie ev. auch froh, wenn die Tage nicht zu lange dauern.

 

Dies sind weitere Gedanken dazu, welche man ergänzen kann. Was meint ihr zur angeblichen Faulheit der Schweizer?


Kommentare von Lesern zum Artikel

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70%
(10 Stimmen)
Inge Votava sagte July 2017

Herr Krähenbühl, wie alt sind Sie? Ich bin 73 Jahre alt. - Zum Umkehrschluss: Im Pro Senectute-Heft gab es seinerzeit einen lobenden Bericht über einen Mann, der seine Berufstätigkeit aufgab, um seine alte Mutter zu pflegen. Die vermögende alte Dame zahlte ihm dafür ein Gehalt in der Höhe seines früheren Einkommens. In der Alterssiedlung, in der ich wohne, gab es auch eine alte Dame, deren Sohn sich rührend um sie kümmerte. Er kam jeden Abend nach der Arbeit und auch am Wochenende um nach ihr zu schauen. Mit der Zeit war das aber nicht genug. Da keinerlei Mittel vorhanden waren, um seinen Lebensunterhalt zu befriedigen (Mutter bezog EL) musste die Dame schliesslich in ein Altersheim ziehen. Oder hätte der Sohn Sozialhilfe beantragen und eine lebenslängliche Verarmung in Kauf nehmen sollen? - Auch bei uns gibt es Ehepaare, die sich gegenseitig rührend pflegen. Die haben aber mit ihrer Rente ein Einkommen.
Ich hoffe, Sie können mit dieser Erläuterung etwas anfangen.


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82%
(11 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte July 2017

Frau Votava
Ich bin wahrscheinlich zu alt um Ihren seltsamen "Umkehrschluss" zu begreifen.

Aber Sie haben natürlich schon recht, wenn Sie auf die private Krankenpflege hinweisen.
Ich habe viele wunderbare Paare gekannt - und kenne immer noch welche, die einander im Alter hingebungsvoll helfen, gerade so, wie sie es einander einmal versprochen haben. Dies zu sehen ist für mich jeweils – vielleicht darf ich sagen beglückend.



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80%
(10 Stimmen)
Inge Votava sagte July 2017

Ist eigentlich Arbeit nur Arbeit, wenn sie einen Lohn einbringt, also eigentlich Erwerbsarbeit ist? Sind Menschen, die z.B. ihre kranken Angehörigen pflegen und deshalb ihre Erwerbsarbeit reduzieren oder gar aufgeben müssen, faul? Sind Frauen (meist sind es ja Frauen), die Teilzeit einer Erwerbsarbeit nachgehen, damit sie Kinder und Haushalt versorgen können, faul? Ich denke, wir sollten uns von dem Gedankendogma verabschieden, dass wir arbeiten müssen, um Geld zu verdienen. Umkehrschluss: Wir müssen ein Einkommen haben, um arbeiten zu können.
Bitte keine Antworten in der Antwortsfunktion, ich kann sie nicht öffnen.


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67%
(12 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte July 2017

"O.K., früher arbeitete man länger. Dies jedoch in einem «gemächlicheren Tempo» und unter weniger Druck..."

Das stimmt. Heutzutage ist die Arbeit bei "uns", damit denke ich an CH, AU, DE wesentlich effizienter. In GB, FR, IT und anderen Ländern verhindern dies die Gewerkschaften und die Traditionen - Beispielsweise die vielen Teepausen in GB. Die Effizienz hat auch viel mit den Fähigkeiten der Kaderleute zu tun. Lukrative Posten an unfähige Vettern vergeben, Korrupte Beamte usw. verhindern die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft.

Stress und Burnouts sind sehr oft selbstgemacht. Zum Beispiel gleichzeitig auf diversen Plattformen Chatten, Blogschreiben oder sich auf Facebook auszutauschen, bis zum Exzess. Krankhaft eben.



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63%
(16 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte July 2017

1. Ich würde nicht sagen dass die Schweizer fauler geworden sind, aber vielleicht weniger belastbar. Als Kinder vielfach zu sehr verwöhnt, wird es dann viel schwieriger dem aktuellen Stress dann im Erwerbsleben stand zu halten.

2. Ein junger, 32-jähriger Lehrer mit Burnout - er arbeitet fortan in einem Gemüseladen als Verkäufer - erzählte mir, 30-35 % der Lehrkräfte leiden unter dieser Krankheit, weil neben dem Schulstoff auch zunehmend noch Erziehung und Anstand den Schülern beibringen, das überfordere manchen Lehrer/In. Waren die Lehrer früher noch oben & Respektspersonen, sind es heute die Schüler, weil sie vielfach die Lehrer erpressen, wie ihm den Vorwurf anzuhängen, er habe geschlagen. Die Mehrzahl werde so zu Duckmäuschen.

3. Ein Arbeitskollege erzählte mir in Genf, er habe zuvor einen Metall verarbeitenden eigenen Betrieb sein Eigen genannt. Einmal als er den Betrieb nach der Mittagspause wieder betrat, da lag ein Afrikaner unter der Stanzmaschine und schlief friedlich, anstatt zu arbeiten. Er habe ihn geweckt und gesagt: "Jetzt arbeiten, nachher schlafen." Dieser hätte nur kurz aufgesehen und erwidert: "Ich müde, jetzt schlafen, nachher wieder arbeiten", er schlief friedlich ohne Gewissensbisse weiter. Es ist keinesfalls deswegen ein fauler Mensch wie jetzt viele denken. Man muss mit berücksichtigen dass sie im Busch auf dem Lande natürlicher noch leben, indem sie eben schlafen wenn sich dieses Bedürfnis einstellt. Dies ist sicher gesünder, weniger jedoch mit unserer Auffassung von "Arbeit" hier in Europa.

4. Indem wir die letzten Jahrzehnte ca. auf den Stand von 45 % Angestellte ausländischer Herkunft kommen (eingebürgerte fremder & anderen Kulturen wie aus Afrika, Nahost & Südamerika) hat sich die Arbeitslust ganz natürlich schon spürbar vermindert, ja das schon. Deshalb aber gleich zu behaupten die Schweizer seien fauler geworden, finde ich unter Berücksichtigung aller dieser Umstände als nicht berechtigt.




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33%
(12 Stimmen)
Georg Bender sagte July 2017

Die Erwerbsarbeit wird noch mehr verschwinden. Wie die Menschen, dannzumal ihre selbst "erarbeitete" Freizeit sinnvoll gestalten, wird eine sehr wichtige Aufgabe der Politik werden?

Das Bedingungslose Grundeinkommen ist schon immer in den Produkten einkalkuliert. Es wurde nur nicht so verstanden, weil der Erwerbsanteil dem Erwerbstätigen zugeordnet wurde.

Darum ist das praktizierte Steuer- und Sozialsystem im Umlageverfahren (AHV) welches auf die Leistungsabgabe statt Leistungsentnahme beruht, völlig falsch. Wir hätten keine Demütigungsanstalten Arbeit- und Sozialamt und die jährliche Steuererklärung aus Erwerb würde auch entfallen. Die Existenzkämpfe und Armut häten wir längst überwunden.

Warum jedoch das heute immer noch nicht als Lügenkonstrukt entlarvte System funktioniert:
Meine Antwort: Arbeitsplätze und Manipulationsspielrau​m für Ökonomen, Politik und Medien zur Hetze und Unterdrückung der Menschen?

Es wird so getan, wie wenn wir leben ohne geboren zu sein und das Geld aus Einlagen vom Himmel fällt und nach dem ausgeben vernichtet würde. Ihr lieben Jungen, ihr finanziert keinen Rappen für die Alten, auch wenn es die Ökonomen, Politik und Medien, als Lüge verbreiten. Den Geldkreislauf verstehen, könnte helfen. Nicht kopieren, sondern versuchen selber zu denken, so wie es Herr Huber so eindrucksvoll schildert.




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50%
(12 Stimmen)
Emil Huber sagte July 2017

Es ist nur sinnvoll, dass heutzutage weniger gearbeitet wird.
Wie es der Bericht in 20min schon erwähnt, ist die Produktivität ständig gestiegen.
Man kann nicht auf der einen Seite technologisch auf dem neusten Stand mit schwimmen und politisch und gesellschaftlich an Grossmutters Lebensstil festhalten.

Damals​ gab es keine Digitalisierung, weniger Automatisierung und Robotisierung noch gar nicht?
Auch weniger Globalisierung mit dem damit verbundenen gnadenlos stattfindenden Darwinismus - Wettbewerb.
Ich bin gegen die Glorifizierung der Arbeit, da viele davon völlig unnötig ist, z.B Überproduktionen, welche dann auf Halde landen:

http://inf​o.kopp-verlag.de/hint​ergruende/enthuellung​en/tyler-durden-und-v​ince-lewis/-channel-s​tuffing-wo-die-nicht-​verkauften-kraftfahrz​euge-weltweit-vor-sic​h-hin-rotten.html

​Auch die administrativen Zahlenspielchen bei der Steuer- und Sozialquote könnte man sich einsparen indem man diese vor den Löhnen abzweigt, was auch zu mehr Gerechtigkeit führen würde.

Letztendlic​h führt die Forderung der Erzkonservativen nach wieder längerer Arbeitszeit nur für noch mehr Profite der Oberschicht und der Feudalherrschaft.

​Zitat: "Wir opfern unser endliches Leben, die Natur und die begrenzten Ressourcen dem unendlich schöpfbaren Kunstprodukt Geld"

Die Arbeitswelt hat sich auch selbst stark verändert, in den 70er Jahren konnte man sich noch Zeit nehmen für die Arbeit, heute muss alles so schnell wie möglich gehen, weil alles viel teurer geworden ist, und damit zwangsweise auch die Arbeit.

Früher konnte man sich auch Ziele setzen z.B für ein Haus oder eine Wohnung sparen, damals noch bezahlbar, heute kosten bereits Eigentumswohnungen eine halbe bis eine ganze Million, von Häusern ganz zu schweigen, so ist Wohneigentum für viele Lohnkategorien zum Wunschtraum geworden und man fragt sich, ob mehr Leistung sich überhaupt noch lohnt, wenn man doch nur mehr in einem Hamsterrad läuft.

Die Arbeitsbedingungen werden in einigen Branchen (darunter auch solche im Hochpreissektor, wo man es gar nicht vermutet) auch prekärer, ein Buchautor beschreibt es treffend:

+++ Auseinander driftende Arbeitswelten +++
"Während sich für die Globalisierungsverlie​rer Arbeit mehr denn je nach Zwang anfühlt, nach purer Daseinsnotwendigkeit,​ sieht die gebildete Mittelschicht sie als Mittel zur Selbstverwirklichung.​ Während die einen sich in ihrem Berufsleben mit einer immer breiter werdenden Definition dessen abfinden müssen, was für sie als zumutbar zu gelten hat („Es gibt keine Drecksarbeit“), wird Arbeit im oberen Bereich zu einem großen Abenteuer, auf das man schon lange begierig gewartet hat. Das moderne Individuum arbeitet nicht aus Not oder äußerem Zwang, sondern aus einem inneren Trieb. Weil es nämlich meint, nur so ganz zum Menschen zu werden."

http://www.arbeit​swahn.de/otoene.htm




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54%
(13 Stimmen)
jan eberhart sagte July 2017

Man hatte nie mehr Freizeit als heute. Heute gilt die 5-Tages-Woche a 8 h.

Früher galt noch die 6-Tages-Woche. Mutterschaftsurlaub und 4 Wochen Ferien waren Sozialismus.

In den Fabriken der Industralisierung wurde man nur bezahlt, wenn man erschien. Wer krank war, war selber schuld. Es gab mehr als genug Interessenten. Wem das nicht gefiel, konnte gehen.

Wenn es heute Stress gibt, ist es selbstgemachter Stress.


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