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Wehrlose Schweiz im nächsten Krieg

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Die heute wehr­lose Schweiz wird in den nächs­ten Krieg gerissen!          (WEA, die Wei­ter­ent­wick­lung​​ der Armee ge­nannte Zer­schla­gung auf kleine Rest­bestän­de. WE­Ar­mee nen­nen wir die paar Si­che­rungs­kräf­te,​​ die aus der WEA ent­ste­hen sol­len).

Der Verfasser wendet sich hier mit einem längeren Text an Sie, weil auch Sie sich bestimmt nur nach dem Lesen einer umfassenden Information und gestützt auf die eigene Lebenseinstellung und selbständiges Nachdenken für diese oder jene Meinung entscheiden. Er hofft selbstverständlich, dass Sie sich dann in Diskussionen und in Volkabstimmungen für eine „Kriegsverhindernde“ Armee laut Art. 58 der Bundesverfassung einsetzen . Dazu einige Gedanken.

 

A)       ​​ Was ist eine „kriegsverhindernde“ Armee?

Das ist eine Armee, die so stark ist, dass eine Kriegspartei bei ihrer vorausgehenden Kosten-Nutzenanalyse im Rahmen der Planung eines Angriffs auf die Schweiz zu einem negativen Schluss kommt. So sieht sie z.B. keine Möglichkeit zum Sieg, oder befürchtet zu grosse Verluste, bräuchte mehr Truppen für den Angriff als zur Verfügung stehen (so Nazi Deutschland 1940), oder ein Angriff dauerte zu lange. Sogar die oberste Führung der mächtigen, kriegserfahrenen US Streitkräfte meinte Ende 1944 zur Forderung Stalins, die in Frankreich stecken gebliebenen Alliierten sollten Deutschland durch die Schweiz angreifen wörtlich:

Die gut bekannten Fähigkeiten der kleinen, aber effizienten, auf ihrem eigenen Boden kämpfenden Schweizer Streitkräfte würden das Projekt aus militärischer Sicht zweifelhaft machen (doubtful).“ (Eine Kopie des Originals dieses Telegramms der obersten US Militärführung an das Hauptquartier von General Eisenhower in Versailles befindet sich beim Verfasser).Seit fast 200 Jahren hat uns diese Beurteilung unserer Landesverteidigung durch die Kriegsparteien vor dem Einbezug in einen Krieg in Europa bewahrt, obschon auch unsere Schwächen erkannt wurden.

 

B)        Die WEArmee kann weder abschrecken noch im Angriffsfall erfolgreich kämpfen.

Die Generalstäbe aller für militärische Eingriffe in unser Land in Frage kommenden Staaten (z.B. USA, Russland) haben wohl erkannt, dass wir keine Armee mehr haben, die ihren verfassungsmässigen und durch das Haager Abkommen erteilten Auftrag erfüllen kann, d.h. allen Kriegsparteien die Benützung unseres Territoriums und Luftraums gewaltsam zu verwehren. Auch im tiefsten Frieden ist es die Aufgabe von Generalstäben, Planungen für alle Eventualitäten vorzunehmen. Deshalb werden alle grösseren Mächte in und um Europa diejenigen militärischen Massnahmen planen, die sie selber im Konfliktfall bei uns so rasch als möglich ergreifen werden, damit ihnen ihr potentieller Feind nicht zuvorkommen und z.B. unsere Flughäfen und Alpentransversalen übernehmen kann. So werden wir kurz nach Beginn eines Krieges in Europa einbezogen.

Wie der Verfasser 2014 in Peking bei einem privaten Nachtessen mit einem Direktor eines der grössten chinesischen Konzerne erfuhr, wissen das schon die Menschen in weit entfern-ten Staaten. Beim freundschaftlichen Plaudern über dies und das fragte der Gastgeber unvermittelt, „Warum hat die Schweiz, das reichste Land der Welt, ihre Armee abgeschafft?“. Schmerzlich getroffen, hatte der Verfasser keine Antwort.

 

C)        ​​ Fakten zur WEArmee

Da die meisten unserer MitbürgerInnen nicht viel über die WEArmee wissen, hier einige Informationen. Wir werden noch lange keine, vielleicht nie mehr eine nennenswerte Luftwaffe und keine wirkungsvolle Luftabwehr haben. Sogar im SIPOL des Bundesrates steht, ohne diese Mittel hätten unsere Bodentruppen kaum Chancen. Insgesamt wird die WEArmee, falls sie wirklich voll ausgerüstet wird, an Kampftruppen in den mechanisierten Brigaden 1 & 11, eigentlich verstärkte Regimenter, nur über 2 Panzerbataillone, 4 mechanisierte Bataillone und zur Feuerunterstützung über 2 Artillerieabteilungen​​ verfügen (weitere 2 Artillerieabteilungen​​ in der mechanisierten Brigade 4, die trotz ihres Namens ein Aufklärungs- und keine Kampftruppe ist). Dazu kommen noch einige Unterstützungstruppen​​, z.B. zum Bau von Brücken, aber nicht zum Kämpfen.      

Weiter​​ soll die WEArmee noch 17 Infanteriebataillone haben, die aber in erster Linie zur Unterstützung der zivilen Behörden bei Rüfenen, Überschwemmungen usw. gedacht sind. Sie sollen, so wörtlich laut Bundesrat, nur über „beschränkte Fähigkeiten“ zur Verteidigung verfügen. Deshalb haben sie keine schweren Mittel zur Luft- oder Panzerabwehr (nur kleinkalibrige Minenwerfer und schultergestützte leichte Panzerabwehrwaffen. Ob sie schwere Mittel bekommen sollen, ist ungewiss). Auch die 4 Territorialregimenter​​, die der Bundesrat „Territorialdivisione​​n“ nennt, denen diese Bataillone zugeteilt sind, haben gar nichts, um die Infanterie vor Luft- oder Panzerangriffen zu schützen oder mit Feuer zu unterstützen. Deshalb ist im Kriegsfall eine der Aufgaben dieser Infanteriebataillone – immer in den Worten des Bundesrates - nur, die „Hauptachsen überwachen“, also zuschauen, wie dort ein moderner Gegner vorstösst, und „Nebenachsen zu schützen und zu sperren“. Diese Infanteristen sind Kanonenfutter. Es ist unverantwortlich, Bürgern, die noch bereit sind unser einmaliges Land zu verteidigen, so etwas zuzumuten.

Ist sich unser Volk bewusst, dass die WEArmee laut Bundesrat und Parlament nicht mehr Land und Leute schützen und verteidigen können soll. Sie soll nicht mehr – immer in den Worten des Bundesrates – über die „VerteidigungsFÄHIGKE​​IT“ verfügen, sondern sie soll sich auf den „Erhalt und Weiterentwicklung der Verteidigungkompetenz​​“, „das savoir-faire“ beschränken, und zwar „im kleinstmöglichen Umfang“! Mit anderen Worten, wir sollen nur noch ein paar Truppen haben, die wissen, wie wir kämpfen würden, hätten wir noch eine verfassungsmässie Armee!               ​​                    ​ ​                   ​  ​                  ​   ​                 ​    ​     

Geschätzte MitbürgerInnen! Man muss gar nichts von Armeen und Krieg verstehen, um zu begreifen, dass die WEArmee den Einbezug unseres Landes in einen Krieg nicht mehr verhindern kann. Man denke nur an die Alpentransversalen, die grossen Ost-West Verbindungen, die vielen möglichen Zugänge zu unserem Land, die grossen Flughäfen, die geschützt und verteidigt werden müssten. Sogar im Falle grössere terroristischer Bedrohungen oder von grossflächigen, mit Gewalt verbundenen Zusammenbrüchen in unserer Nachbarschaft, kann sie unser Volk und die vielen kritischen Anlagen nicht mehr schützen (Spitäler, Atom- und andere Kraftwerke, Staumauern, Schaltzentralen, entscheidend wichtige Hochspannungsleitunge​​n, wichtige Strassen und Eisenbahnbrücken, Bahnhöfe, Flughäfen, die Rheinhäfen, die grossen Benzin- und anderen Tanklager, Trinkwasserquellen und –speicher, Lebensmittellager, die Regierungsgebäude usw.).

Laut der geschickt „Weiterentwicklung der Armee WEA“ genannten Zerschlagung unserer Armee, soll die „Verteidigungsfähigke​​it“ laut Bundesrat erst auf Grund der Bedrohungslage nach einer „längeren Vorbereitungszeit“ erreicht werden, also nach einem lange dauernden Wiederaufbau. Kann man im Zeitalter von Interkontinentalraket​​en, Cyberkrieg, Hyperschallwaffen u.a. eine konkrete Bedrohung überhaupt noch im Voraus feststellen, bevor der erste Angriff schon stattgefunden hat? Ist die heutige Sicherheitslage nicht höchst bedrohlich und würden sie nicht dringend Sofortmassnahmen zur Verstärkung unserer Landesverteidigung erfordern? Laut Bundesrat soll die WEA über einen Zeitraum einige Jahre umgesetzt werden. So soll die Schweiz erst 2030 wieder über eine minimale Luftwaffe, etwas früher über eine Luftabwehr verfügen. Bis dann kann ein Krieg in Europa schon lange vorbei sein.

Der geplante Aufbau zur „schnellen“ Mobilmachung von 35‘000 Wehrmännern innert 10 Tagen ist angesichts der Fähigkeiten grosser fremder Armeen zu weitreichenden Vorstössen innert dreier Tage ab Alarmierung eine illusorische Massnahme zur weiteren Täuschung des Volkes. (Das motorisierte Infanterie-Regiment 25, in dem der Verfasser einige Jahre Dienst leistete, führte einmal am späten Nachmittag des Mobilmachungstages auf der Schwägalp ein grosses Scharfschiessen mit Flieger- und Artillerieunterstützu​​ng durch. Die Soldaten waren um 10:00 Uhr Vormittags in Winterthur eingerückt. )

All das begründet der Bundesrat mit seinem Sicherheitsbericht SIPOL 2010, der sich auf die Sicherheitslage kurz nach dem Jahr 2000 stützt. Damals zutreffend schreibt der Bundesrat dazu: „Nach dem Kalten Krieg haben die russischen Streitkräfte einen beispiellosen Niedergang erlebt“. Aber seit rund 10 Jahren rüstet Russland auf und grossen Verbände werden immer wieder ohne Vorwarnung zu Manövern oft über weite Distanzen aufgeboten. Der höchste Offizier der USA, Admiral Joe Dunford, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, meinte vor nicht langer Zeit, die Fähigkeiten der russischen Streitkräfte seien „besorgniserregend für die Vereinigten Staaten und deren Interessen“. (AUSA-Kongress, 2.-5.10.2016)

D)     ​​   Das Bild eines künftigen Krieges.

Laut Bundesrat ist ein Krieg gegen die Schweiz sehr unwahrscheinlich und wird von ihm nur als Cyberkrieg und Einsatz kleiner Spezialtruppen gesehen. Seine Sicht steht im schockierenden Gegensatz zur Sicht der militärischen Führung der USA. Diese hält übrigens einen Krieg für „fast garantiert“(„a conflict between nation-states is virtuallyguaranteed“,​​ so der Generalstabschef der US Armee in einer illusionsfreien, harten Rede am oben genannten Kongress). Er soll tödlicher sein als alles was die US Streitkräfte in den vergangenen 70 Jahren erlebt hätten. Die potentiellen Feinde der USA (China, Russland u.a.) hätten die Fähigkeit, die Kommunikation und elektronischen Mittel der US Streitkräfte auszuschalten. Selbst die Verbindungen innerhalb und zwischen den im Kampf stehenden Verbänden, sogar deren Verbindung zum US Oberkommando und dem Weissen Haus könnten sie unterbrechen. Die Truppen müssten lernen, in völliger Isolation zu kämpfen und sich wieder mit Karte und Kompass zurecht zu finden. Sie müssten sich immer weit auseinandergezogen bewegen, für einen Angriff kurz konzentrieren und sofort wieder auseinanderziehen, sonst würden sie sofort vernichtet. Selbst das bisherige „Markenzeichen“ der US Kampfführung, vor Angriffen zuerst den Gegner aus der Luft massiv anzugreifen, sei nicht mehr zutreffend. Oft müssten die Bodentruppen die dortigen gegnerischen Verbände schlagen und zuerst deren Luftabwehr ausschalten, bevor die Luftwaffe eingreifen könne. Der Nachschub über die Meere an Gebiete im Krieg sei nicht mehr garantiert. Deshalb müsse dieser vorher dorthin gebracht werden (Laut Meldungen im Internet bringen die USA gegenwärtig umfangreiche schwere Kampfmittel nach Europa und lagern sie in unterirdischen Kavernen bei gewissen Nato-Mitgliedern ein).

 

E) Die Kriegsmittel der grossen Mächte

Die bedeutenden Mächte, die USA, China, Indien, Russland u.a. verfügen über alle Mittel für den „Kampf der verbundenen Waffen“. In einem Krieg in Europa würden grosse gepanzerte, sehr feuerkräftige Verbände, wie z.B die russische 1. Garde-Panzerarmee und seine anderen gepanzerten und mechanisierten Verbände eingesetzt, unterstützt durch weitreichende Raketen- und mechanisierte Artillerie. Auch die Luftlandeverbände der Grossmächte – Russland hat vier Luftlandedivisionen – kämen zum Einsatz. Die gepanzerten Bodentruppen aller Mächte werden unterstützt von starken Luftstreitkräften. Z.B. können die USA mit ihren 10 Flugzeugträgergruppe rund 1000 Kampfflugzeuge fast überall in der Welt einsetzen, zusätzlich zu den bodengeschützten Kampfflugzeugen und Kampfhelikoptern. Die von den Grossmächten entwickelten neuen Waffen, wie Cyber-, Weltraum-, Hyperschall-, Conventional Prompt Global Strike- („Konventioneller umgehender weltweiter Schlag“), elektronische- und Laserwaffen, möglicherweise der NEMP (nuklearer elektromagnetischer Impuls) , sogar ABC-Waffen und andere, heute noch in Entwicklung stehende Kampfmittel werden je nach Bedarf zum Einsatz kommen. Auf den Weltmeeren werden sich hoch moderne Flotten, einschliesslich zahlreicher U-Boote gegenüberstehen. Auch diese verfügen über das ganze heute verfügbare Arsenal von Waffen und anderen Kampfmitteln.

 

F)   ​​      Warum wird die Schweiz in einen nächsten Krieg in Europa mit hineingerissen?

Eine militärisch starke, strikt neutrale Schweiz mitten im Nato-Raum wäre für die USA sehr störend. Der Erfolg einer gewaltsamen Besetzung und Benützung unseres Territoriums mit den leistungsfähigen Alpentransversalen und unseres Luftraumes durch die USA/Nato „wäre zweifelhaft“ – so wie 1944. Am 22.11.2012 forderte der damalige Nato-Generalsekretar Rassmussen in seiner Zürcher Rede deshalb, die Schweiz müsse sich der Nato noch mehr annähern. Bundesrat und Parlament haben mit der Zerschlagung der Armee schon Vorarbeit geleistet. Zudem führt der Bundesrat unser Land schleichend in die Nato. Dort ist es bereits Mitglied der Partnerschaft für den Frieden (PdF) und der Interoperabilitätspla​​ttform der Nato. Die letztere dient der Vereinheitlichung der Kampverfahren, Ausrüstung, Organisation, Fachbegriffe und dem Einüben des gemeinsamen Kampfes. Immer wieder schickt der Bundesrat Schweizer Truppen an Manöver von Mitgliederarmee der Nato, z.B. nach Ostdeutschland. Er begründet das mit dem Argument, damit könne sich die Armee mit modernen Kampfverfahren vertraut machen. Das trifft wohl zu, aber aus neutralitätspolitisch​​en Gründen müsste die Schweiz dann auch mit Russland zusammenarbeiten.

Hie​​r ein konkretes Beispiel, wie das Volk hintergangen wird: Am 16./17. Februar 2016 fand in Zürich auf Einladung des Bundesrates in Zürich eine Nato-Tagung von 100 höchsten Offizieren vom Nato-Kommado, den 28 Mitgliederstaaten und der „neutralen“ Schweiz als Mitglied der genannten Organisationen statt. Erst als die Tagung begann, versandte das VBS eine kurze Mitteilung darüber. Die meisten Schweizer Medien (z.B. NZZ) erwähnten sie mit keiner Zeile, wohl auf Wunsch des Bundesrates. Das Volk sollte auf keinen Fall davon erfahren. Heute werden Schweizer Truppen auch im Ausland eingesetzt. So stehen gegenwärtig im Kosovo Schweizer Truppen unter NATO-Kommando im Einsatz. Kosovo wurde bekanntlich durch einen vom Westen unter Bruch des Völkerrechts gegen Serbien geführten massiven Luftkrieg gewaltsam abgespalten (rund 28‘500 Präzisionsbomben und   -Raketen und 30‘000 mit Uran angereicherte Geschosse).

 

G) Die Schweiz wird nicht mehr als „neutral“ wahrgenommen!

Auf Grund dieser neutralitätspolitisch​​ fragwürdigen Verhaltens der Schweiz werden wir von grossen Mächten wohl kaum mehr als neutral wahrgenommen. So schrieb die GLOBAL TIMES, eine Tageszeitung der chinesische Kommunistischen Partei, in ihrer Ausgabe vom 26. Februar 2013, die Partnerschaft für den Frieden der Nato sei in Instrument der USA zur Durchsetzung von deren strategischen Interessen. Dort ist die Schweiz dabei.

 

H) Beispiele für Auslöser eines Krieges in Europa

Der Antagonismus der grossen Mächte könnte einen Krieg in Europa auslösen, auch des-wegen, weil Russland wahrscheinlich auf der Seite Chinas eingreifen würde, sollte zwischen diesem und den USA ein solcher ausbrechen. Dabei hat Russland bestimmt keine agressiven Absichten, sondern will nur die Bedrohung an seiner Grenze entfernen (siehe unten).

Ein Krieg im Fernen Osten ist wegen des chinesischen Anspruchs auf die wichtigste Wasserstrasse der Welt, das Südchinesische Meer, wahrscheinlich. Auch in der Chinesischen Presse konnte man schon vor ein paar Jahren Lesen, dass ein Krieg mit den USA u.U. unvermeidlich sei. Gegenwärtig baut China auf dortigen Inseln Stützpunkte für seine Luftwaffe und Flotte. Einige sind schon in Betrieb genommen worden. Damit wird ein fait accompli geschaffen. Werden es die USA zulassen?

Jeder der Territorialkonflikte Chinas mit allen seinen Nachbarn, darunter Südkorea, Japan, die Philippinen, Vietnam, Malaysia (Borneo), Indien, könnte Auslöser eines Krieges mit den USA sein, da diese mit vielen der genannten Staaten verbündet sind. Nur der Territorialkonflikt Russland-China wurde durch einen Vertrag beendet. Mit Indien und Vietnam führte China schon mehrere Kriege um die Grenzen.

Aber auch der militärische Aufmarsch der USA/NATO direkt an Russlands Grenze, der laut oft wiederholter Warnungen der politischen und militärischen Führung Russland‘s nicht annehmbar sei und mangels einer einvernehmlichen Lösung militärisch bereinigt werde, könnte je nach der Reaktion der USA zu einem grossen Krieg führen. Russland war in den letzten Jahren militärisch dafür nur noch nicht bereit, dürfte es aber sehr bald sein. (Zur Erinnerung: 1962 drohte US Präsident Kennedy mit Krieg, falls die Sowjetunion die von ihr auf Kuba installierten 50 Atomraketen nicht sofort abziehe, was Chruschtschow dann tat).

Ein anderer, sehr gefährlicher Spannungsherd ist der Stellvertreterkriegim​​ Mittleren Osten. Wer die Nachrichten hört, begreift rasch, dass es sehr leicht zu einem Zusammenstoss zwischen den hinter den lokalen Kriegsparteien stehenden Grossmächten Russland und USA kommen könnte.

Schliesslich bestehen immer noch grosse Spannungen zwischen Indien und Pakistan, u.a. um Jammu und Kashmir, wo immer noch bis in eine Höhe von 6500 m ein Kleinkrieg im Gange ist. Auf beiden Seiten der dortige Trennungslinie im Gebirge stehen sich Truppen von je 100‘000 Mann und sehr feuerkräftige Artillerie gegenüber. Seit der 1947 errungenen Unabhängigkeit haben beide Ländern schon 4 grössere Kriege geführt. In einem fand die grösste Panzerschlacht seit dem 2. Weltkrieg statt. Auch dieser Konflikt könnte sich zu einem globalen Konflikt entwickeln, falls auch noch China und die USA eingreifen würden. Wobei China im Indischen Ozean und an der Grenze im Norden zu Indien sehr intensiv und geschickt seine Stellung aufbaut. Von seiner Basis in Djibouti hat wohl jeder schon gehört, dass der Hafen von Gwardar in Pakistan, am Eingang zum global wichtigen Persischen Golf, und andere in der Region dazu kommen, ist weniger bekannt.

Dazu kommt noch der besondere Fall Taiwans. Die Regierung Chinas hat mehrmals und ganz offiziell mitgeteilt, dass sie militärisch gegen die Insel vorgehen werde, sollte sie sich für unabhängig erklären.

Aber viele anderen geopolitischen und neutralen Spannungsherde können zu bewaffneten Konflikten führen, bzw. bestehende Spannung weiter aufladen. Ob daraus ein grösserer Konflikt wird, der auch Europa betreffen würde, hängt dann jeweils davon ab, ob und wie sie sich die Grossmächte einschalten.

 

I) Auch der Krieg wurde globalisiert!

Geschät​​zte MitbürgerInnen! Sie werden vielleicht sagen, diese möglichen Kriege seien so weit weg, dass sie uns nicht berührten. Die Frage sei gestattet: Wie viele Familien, z.B. in Kalifornien, meinten erleichtert beim Eintreffen der Nachrichten über den Ausbruch des Ersten und dann des Zweiten Weltkrieges in Europa: „Das ist so weit weg. Gott sei Dank betrifft uns das nicht!“ Kurz darauf fielen ihre Söhne auf den Schlachtfeldern Europas und Asiens. Sehr schnell wird die ganze Welt betroffen, wenn sehr grosse Mächte Krieg gegeneinander führen. Heute ist nicht nur die Wirtschaft, sondern auch der Krieg globalisiert.

 

m) Erforderlich wäre ein massives Sofortprogramm

Sprich​​t man über die Zukunft, kann niemand sagen: „Es wird…“. Aber Möglichkeiten kann man sehr wohl abschätzen. Da ein Krieg der Grossmächte Russland-USA/NATO in Europa sehr gut schon in wenigen Jahren möglich ist, und die WEArmee in einem katastrophalen Zustand ist, haben wir keine Zeit mehr, um eine kriegsverhindernde Armee aufzubauen. Aber mit einer sehr grossen, sofortigen, auch finanziell massiven Anstrengung, könnten wir vielleicht doch noch da und dort Verstärkungen vornehmen, die unsere Chance, in den Krieg einbezogen zu werden, etwas reduzieren würde. Aber wahrscheinlich kann das von unserem Volk im Luxusleben nicht erwartet werden.

Gotthard Frick


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(10 Stimmen)
Bruno Zoller sagte May 2018

Herr Frick

Besten Dank für den ausführlichen, interessanten Bericht.

Ich gehe mit Ihnen einig, dass die Schweizer Armee in der heutigen Form unnütz ist. Ich finde das Schweizer Volk sollte sich entweder für oder gegen eine Armee entscheiden. Entweder man stockt die Armee wieder so auf, dass sie im Ernstfall die Schweiz auch erfolgreich verteidigen könnte, oder aber man schafft die Armee komplett ab und verschwendet keine Steuergelder mehr für eine Armee, die im Ernstfall nichts bringen würde.

Dass heute viele junge Menschen lieber Zivildienst als Militärdienst leisten und sie nicht bereit sind, so viel Geld fürs Militär auszugeben, liegt wohl weniger daran dass sie keinen "Mumm haben" die Schweiz zu verteidigen wie das Herr Knall ausgedrückt hat, sondern wohl vielmehr daran, dass sie aktuell keine Bedrohungslage erkennen können. Mir zumindest geht das so.

Ich gehe mit Ihnen einig, dass die Zeiger global betrachtet auf Krieg stehen, allerdings tatsächlich sehr weit von der Schweiz entfernt. Das Beispiel mit dem globalisierten Krieg hat mich nicht überzeugt. Die Schweiz würde einen solchen Krieg höchstens wirtschaftlich zu spüren bekommen, denn wie gesagt hat die Schweiz viel zu wenig Ressourcen um einen Angriffskrieg zu führen wie dies Amerika immer wieder tut. Deshalb hinkt das Beispiel im Vergleich mit der Schweiz.

Was ich ebenfalls höchst bedenklich finde, ist, dass die Schweiz offenbar Mitglied der Partnerschaft für den Frieden und der Interoperabilitätspla​​​ttform der Nato ist. Die Schweiz sollte sich dringend aus Nato-Angelegenheiten heraushalten.


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31%
(13 Stimmen)
Hans Knall sagte May 2018

Statt jedoch überfällige Verteidigungs-Verstär​kungen vorzunehmen, wissen die Schweizer aktuell nichts Besseres, als sich selbst per EU-bestimmtes „Recht“ auch noch persönlich gänzlich entwaffnen zu lassen. Mit den gleichen „wenn niemand eine Waffe hat, ist die Welt friedlich“-Sprüchen entwaffnen sie gleich die Schweizer Armee.

Das ist aber nur ein Mosaikstein der gesamten Tristesse. Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass die Bürger unseres Landes den Mumm nicht mehr haben, sich zu wehren. Weder gegen ausländische Gesetze, gegen fremde Richter, gegen aggressive Ideologien wie den Islam, noch gegen Angriffe militärischer Art.

Zu viele sind bereits der Untertanen-Propaganda​ verfallen, dernach der grosse Bruder Namens „Elite“ oder „Experten“ oder „Partei“ oder „Führer“ unser Leben leiten soll. Dann hätten wir keinen Krieg, wären multikulturell und global vereinheitlicht. Wie schön. Nur Schweizerisch nicht mehr. Oder frei.

Jede Familie die noch etwas besitzt wird sich über kurz oder lang überlegen müssen, ihr Vermögen an einen Ort zu transferieren, wo noch von Schutz der ansässigen Bevölkerung und Eigentumsgarantie gesprochen werden kann und wo solche Werte noch verteidigt werden. Lebensmittelfabrik in Uruguay? Haselnussfarm in Süd-Chile? Zuckerrohländereien in Queensland? Ponyzucht auf Island? Wir werden dann Fremdlinge sein und nicht mal mehr Schweizer.

Das Schlimmste aber ist es, hierzulande miterleben zu müssen, wie inzwischen bereits die Hälfte, in naher Zukunft wohl eine zunehmende Mehrheit der eigenen Mitbürger aus reiner Feigheit, devoter Obrigkeitsgläubigkeit​ und Undankbarkeit gegenüber früheren Generationen bereit ist, die erfolgreichste, sicherste, friedlichste und international hochgeschätzte Nation einem untertänigen, global gelenkten Einheits-Misch-Mensch​enbild zu opfern. Anpassertum statt Freiheit. Freiwillig! Welche Schande…


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58%
(12 Stimmen)
beb rofa sagte May 2018

Meistens schätze ich die Texte von Gotthard Frick sehr. Wer aber eine kleine Rente hat, deren Kaufkraft jedes Jahr schwindet, und von der er noch 15% Steuern bezahlt, kommt in grübeln, wenn er die Milliardenbeträge sieht, die die Schweizerarmee für Flieger ausgeben will. Ueber Krieg und Frieden in Europa, und wohl auch über den Einsatz unserer Luftwaffe, entscheidet die NATO. Wer dort das Sagen hat, wissen wir. Ausgaben planen ohne zu sagen, woher das Geld kommt, wurde bis jetzt immer den Linken vorgeworfen.


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30%
(10 Stimmen)
jan eberhart sagte May 2018

Wenn heutzutage selbst der Kauf von Luftwaffe und Luftabwehr eine Staatsaffäre ist, ist es traurig um die Armee bestellt. Nach Rot-Grün bräuchte es keine Armee, sondern dies würde für die Entwicklungshilfe verwendet.

Wenn es heute No-go Areale gibt wie das Koch-Areal oder die Reithalle wo die Polizei keine Macht mehr hat, ist es traurig um die Abwehrbereitschaft bestellt.


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31%
(13 Stimmen)
Ernst Jacob sagte May 2018

Oh Herr Frick, regen Sie sich besser einfach nicht darüber auf, unsere Generation wird es wohl sowieso nicht mehr miterleben müssen, und mit Denen, die vielleicht davon betroffen sein werden, verspüre ich absolut kein Mitleid. Man will ja um jeden Preis auf die unreifen grünen und roten Früchte hören, und das Paradebeispiel in Zuerich, wo man Velofahrer|innen| auch bei Rot und Stop die Freiheit geben will, darüber zu entscheiden, ob sie federale Gesetze einhalten will oder nicht, zeigt doch ganz klar, auf welchem Weg wir uns befinden.

Wer soll, unter solchen Umständen, sich denn noch um das Schicksal dieser jüngeren Generation kümmern, die sollen doch selber sehen, wie sie dieses Jahrhundert überleben, Mitleid wäre in solchen Fällen doch das Dümmste, was man mit solch degenerierten Figuren noch haben kann.

Und wer etwas ist, und etwas kann, wird immer noch woanders ein vernünftigeres Leben finden, in einer Gesellschaft, die noch nicht, vor lauter Ueberfluss, bereits vergessen hat, um was es im echten Leben geht.


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