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Vollverschleierung: Eine Gotteslästerung?

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Burka-Verbot:

 

Der Vollschleier

ist kein religiöses Symbol, sondern mehr ein Zeichen für den Missbrauch der Religion

 
 

Gotteslä​​sterun​g?

 
Der Europäische Gerichtshof
hat entschieden
 
 
Das französische Gesetz zum Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum widerspricht nicht der Menschenrechtskonvent​​​​​​​​ion. Das ist heikel und doch konsequent. Die Würde des Menschen wird angetastet, wenn er als Individuum unsichtbar ist. Das Verbot ist keine Verteidigung westlicher Werte, sondern des universellen Humanismus. Ähnliche Gesetze gibt es nicht nur in Europa, sondern auch in Ägypten, Tunesien, Syrien und – durch das Kopftuchverbot verschärft – in der Türkei.
 
 
 
 
 
 

 
Gotteslästerung
 
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Verschl​ei​er​ung ist omnipräsent
 
Foto: Joel Saget/ AFP/ Getty Images
 
 

Die Burka oder der Nikab mit Sehschlitz sind keine traditionell islamischen Frauenkleider. Erst unter dem erzreaktionären Sultan Abdülhamid verbreiteten Ende des 19. Jahrhunderts Gelehrte in Konstantinopel ein fatales Menschenbild, das beiden Geschlechtern ein Armutszeugnis ausstellt: Männer als triebhafte Wesen, die nichts vom Weibe sehen dürfen, da sie sonst zu zügellosen Draufgängern werden. Frauen reduziert auf Sexualobjekte, teuflisch verführerisch und an Vernunft mangelnd, die Aura einer Scham, die nur durch völlige Verhüllung gelindert werden kann.

 

Symbol für den Missbrauch der Religion?

 

Letztlich​​​​​​​​ steckt hinter jeder vollverschleierten Frau diese ärgerliche Botschaft. Der Vollschleier ist kein religiöses Symbol, sondern ein Symbol für den Missbrauch der Religion. Er wird weder vom Koran noch von der Sunna gefordert. Erst fundamentalistische Eiferer haben die Geschlechtertrennung zur tradierten Lebenspraxis gemacht und der Religion aufgezwungen.

 

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Mal nur für eine Stunde selber eine Burka tragen

 

Millionen Muslime sind in den vergangenen Jahrzehnten als Gastarbeiter überwiegend aus der Türkei, als Flüchtlinge aus Syrien und anderen Staaten des Nahen Ostens nach ganz Europa gekommen. Hamed Abdel-Samad rechnet ab mit der Politik, die die Integration zu lange konterkariert und den Muslimen, die sich in Parallelgesellschafte​​​​​​​​n. Wer hier meint, Freiheitsrechte verteidigen zu müssen, der soll doch mal für eine Stunde eine Burka tragen. Eine Frau hat dies auf sich genommen und kann somit aus eigener Erfahrung folgendes berichten: "Die allermeisten der schwarzen Gewänder sind in den ärmeren arabischen Ländern weder aus Seide noch aus Baumwolle, sondern aus Kunststoff. Jeder Atemzug durch den undurchlässigen Stoff auf lästige Weise vor die Nasenlöcher oder den Mund zieht. Unter der glühenden Sonne litt ich schnell an Hitzestau, der Schweiss rann in Bächen an mir herab, und ich fragte die mich begleitende Jemenitin, ob dies nur mir so ginge. Sie verneinte, in ihre Arztpraxis kämen nur Patientinnen mit unvermeidlichem Schweissgeruch, sie seien zu diesem demütigenden Zustand verdammt. Wie im Restaurant, wo sie nicht wie die Männer mit Messer und Gabel essen können. Eine Hand wird ja dazu gebraucht, den Schleier ein wenig zu lüften, um mit der anderen akrobatisch die Gabel unter den Stoff zu balancieren".

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Kein Zusammenhang von Schleier und Gott

 

Trotz dieser den Alltag knebelnden Folgen ist nicht zu bestreiten, dass die meisten Frauen sich aus eigenem Willen verschleiern. Nicht nur die Gefahr, in den streng islamischen Ländern beschimpft, bespuckt oder gar mit Säure begossen zu werden, spielt eine Rolle. Wenn die Mädchen von klein auf verinnerlichen, das Bedecken des Gesichtes brächte sie Gott näher und schütze vor seiner höllischen Strafe, werden sie natürlich das tiefe Bedürfnis haben, sich zu vermummen. Statt ihnen die zweifelhafte Freiheit zu gewähren, in ihrem unkomfortablen Glauben zu verharren, sollte man sie darüber aufklären, dass es in den heiligen Schriften keinen Zusammenhang von Schleier und Gott gibt.

 

Kann Gott denn wollen,

 

dass ein Teil seiner Schöpfung wie eine aufreizende Peinlichkeit verborgen werden muss? Es soll Ehrfurcht sein, und wirkt auf viele doch wie Gotteslästerung. Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvent​​​​​​​​ion erlaubt, Religionsfreiheit „im Interesse der öffentlichen Moral“ gesetzlich zu beschränken. Das Gericht hätte den Mut haben sollen, sich darauf zu berufen. Weil der Gesichtsschleier für eine menschenverachtende Moral steht.

 

https://www.​istockphoto.com/de/fo​tos/burka?excludenudi​ty=true&sort=mostpopu​lar&mediatype=photogr​aphy&phrase=burka

 

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Integration

Integration

H​a​m​e​​d​ Abdel-Samad

Droemer 2018
272 Seiten. 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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86%
(7 Stimmen)
jan eberhart sagte May 2018

So wie man in Saudi Arabien nicht im Bikini auf die Strasse geht oder das Königshaus beleidgt, so sollte man sich auch an Schweizer Sitten und Traditionen halten.

Ob es dazu Gesetzte und Verbote braucht, ist eine andere Sache.

In Österreich und im Tessin gibt es jedenfalls keine grosse Mengen an Bussen, weil man sich bei Talibans fühlt.


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45%
(11 Stimmen)
Manfred Eberling sagte May 2018

Unser Gott, Allah, oder wie diese alle benannt werden, hat sich gewiss alle Mühe gegeben, uns nach seinem Ebengebilde anzufertigen!
Jetzt kommen da ein paar von dieser Gattung und wollen alles verdecken !
Grössenwahn ist da gar nicht am Platz!
Da handelt es sich nur um Dummheit!
Diese kuriose Art war schon seit tausenden von Jahren, in unseren Gehirnen anwesend!
Ein Mensch, eine Frau oder ein Mann ist durchaus sehr gut konstruiert worden!
(Und auch sehr schön geschaffen worden)
Das Übrige hat unsere Evolution dazu beigetragen !
Ich konnte noch nie begreifen, dass nun diese „Menschen „ selber unser Ebenbild des Höchsten, verdecken wollen!
Auch bei gewissen Körperteilen, werden sie Unlogisch, und wollen einfach alles verhindern!
Es gab mal einen Satz, der hiess: ( Dem Reinen, ist alles Rein, dem Schwein, ist alles Schwein !)



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45%
(11 Stimmen)
Bruno Zoller sagte May 2018

Herr Hottinger

Ich gehe mit Ihnen einig, dass Frauen, welche gezwungen werden solche Kleidung zu tragen, in Ihrer Freiheit eingeschränkt sind und eventuell leiden.

Nichts desto trotz gehört ein Kleidungsverbot nicht in eine Verfassung. Eine Verfassung die gewisse Kleidung verbietet ist genau so schlimm wie eine Verfassung die irgendeine Kleidung vorschreibt.

Ich begrüsse es wenn irgendwelche Frauenrechtsgruppieru​ngen o.ä. dieses Thema aufnimmt und aktiv wird. Die Politik hat das allerdings nicht zu kümmern.

Ein solches Verbot würde die Freiheiten jener Personen einschränken, welche solche Kleidung freiwillig tragen möchten. Es ist jetzt nicht so dass ich eine Zuneigung zu Nora Illi verspüre, es geht mir lediglich ums Prinzip.


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