Volkswirtschaftslehre,

Minimallohn: Wer hat Angst vor hohen Löhnen?

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Minimallohn: Höhere Löhne kön­nen für eine Volks­wirt­schaft se­gens­reich sein!

„In den meisten Modellen der Ökonomen ist der Wettbewerb unter den Unternehmen hart; es bleibt kaum Marge übrig. Doch in der Realität haben viele Unternehmen zumindest eine gute Portion «Marktmacht» – sie geben ihre Produkte nicht zum Kostenpreis plus Mini-Marge für die Kapitalgeber ab, sondern mit einer guten Menge Gewinn obendrauf. Dieser Gewinn wird durch die höheren Löhne zwar geschmälert, doch nicht so sehr, dass Investitionen leiden würden.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum moderne Volkswirtschaften höhere Löhne weniger fürchten sollten. Wo die Arbeitnehmer knapp sind und Arbeit entsprechend teuer ist, gibt es mehr Innovationen und es wird mehr in arbeitssparende Ausrüstung investiert. Ist der Lohn zu gering, lohnt sich zum Beispiel die Einführung eines automatisierten Parkkontrollsystems in Parkhäusern nicht; stattdessen sitzen Angestellte hinter der Glasscheibe, nehmen Papiertickets entgegen und atmen Autoabgase ein. Sind die Löhne ausreichend hoch, verschwinden diese Stellen. Höhere Löhne beschleunigen also auch den Innovationsprozess, weil sie Anreize für die Anschaffung neuer Maschinen liefern, und je mehr diese verwendet werden, desto besser werden sie im Regelfall.

So sehr sich der einzelne Arbeitgeber über die kurzfristigen Folgen für die Gewinne ärgern mag, so segensreich kann eine höhere Lohnsumme für die Volkswirtschaft immer dann sein, wenn sie zum Ansporn für mehr Produktivitätswachstu​​m und Innovation wird.“ (Joachim Voth in Finanz und Wirtschaft, 6.4.2021)

Lohnerhöhun​gen im Niedriglohnbereich sind auch ein Konjunkturimpuls, da sie grösstenteils für Konsumausgaben verwendet werden.


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