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IV-Detektive könnten bald in die Stube filmen ...

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http://www.20min.ch/s​chweiz/news/story/-IV​-Detektive-koennten-b​ald-in-die-Stube-film​en--12781467

IV-Detektive könnten bald in die Stube filmen. So liest man hier. Doch zu welchem Preis? Dies nur einseitig? Firmen haben doch auch eine gewisse Verantwortung und die IV unterstützt ja auch Firmen in der Integration von IV-Bezügern … Sieht man sich die Statistik an, lohnt sich dies Finanziell offenbar. https://www​.bsv.admin.ch/bsv/de/​home/publikationen-un​d-service/medieninfor​mationen/nsb-anzeiges​eite.msg-id-66799.htm​l / https://www.newsd​.admin.ch/newsd/messa​ge/attachments/48375.​pdfDoch wie sieht dies prozentual aus? Wie weit dürfen IV-Bezüger überhaupt noch selbständig sein/leben? Aus meiner Sicht sollte es ein Ziel sein, selbständig und unabhängig zu leben und die vorhandene Selbständigkeit sollte nicht angeprangert werden. Sonst kann man auch das Gefühl haben, dass die IV-Bezügern einfach Vollbetreuung brauchen müssen samt den Mehrkosten und gesundheitlichen Aspekten (Körper und Psyche inkl. deren Kosten) Sollen auch Gespräche zwischen IV-Bezügern und anderen aus ihrem Umfeld aufgezeichnet werden dürfen? Wie weit soll eine Überwachung generell gehen um Missbrauch zu minimiere/zu ahnden? Auf die Meinungen bin ich gespannt, die Diskussion ist eröffnet.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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54%
(13 Stimmen)
Ernst Jacob sagte December 2017

> Darum sehe ich schon eine Notwendigkeit der Betrugsbekämpfung.

Um was geht es denn eigentlich? Ich werde doch auch kontrolliert, und muss auch gelegentlich blasen, obwohl ich seit etwa 42 Jahren nie mehr Alkohol konsumiert habe, wenn ich im Auto unterwegs bin, und zufälligerweise in einer Kontrolle zwischenlande. Und kein Mensch regt sich darüber auf, denn alle wissen, dass es halt eine Minderheit gibt, die einfach nicht daran denken, sich an die Regeln zu halten.

Und jeder Geschäftsinhaber ist sich bewusst, dass sich die Eidg.Steuerverwaltung​ plötzlich einmal melden kann, um in den Büchern rumzuwühlen. Auch ohne Grund, es gehört doch einfach dazu, weil alle wissen, dass sich eine Minderheit nicht immer an die Regeln hält.

Hätten also die IV-Bezüger|innen nichts zu verbergen, wer könnte denn schon dagegen sein, sich zu den Guten zählen zu dürfen?! Wem wirklich etwas fehlt, hat doch nichts zu befürchten. Oder ist es vielleicht einfach die Abneigung, Jemanden sagen zu müssen, wie man lebt, das geht ja schliesslich niemanden etwas an. Und das würde sogar stimmen, zumindest solange man sein Geld selber verdient.

Aber genau das ist ja bei einem Rentenbezug nicht der Fall, und hier liegt auch der entscheidende Unterschied. Man hat als Mensch nämlich keinen Anspruch darauf, von Anderen einfach am Leben erhalten zu werden, wenn/weil Einem das Leben so einfacher erscheint. Und der Mensch war immer schon Weltmeister im Ausreden haben, Entschuldigungen, und Erklärungen, um sich vor Etwas zu drücken, was für Anderen normal war. Und wenn erstmal die Schwellenangst überschritten ist, wird es für Einige geradezu zum Spiel, möglichst viel aus dem System zu quetschen. Und es gibt wohl Niemanden in diesem Land, der/die nicht auch Jemanden kennt, der/die Gleiches, oder zumindest Aehnliches auch schon versucht(e), oder dann macht.

Dass es heute aber ein Vielfaches an Invaliden gibt, verglichen mit der Zeit zumindest, als ein sehr grosser Teil der Menschheit noch sehr hart und schwer körperlich arbeiten musste, ist doch sicher zumindest verwunderlich.

Aber wenn jemand, zum Beispiel wegen einer Scheidung, deshalb nachher aerztlich als zumindest teil-invalid klassifiziert wird, versicherungstechnisc​h zumindest, um so in der Genuss einer IV Rente zu kommen, dann ist sowas für ich nicht mehr nachvollziehbar. Da könnten wir ja alle einfach bei einer passenden Gelegenheit zu spinnen beginnen, um den Rest des Lebens möglichst arbeitsfrei zu verbringen.

Wo fängt es also an, und wo hört es auf ? Spricht man am besten einfach nicht darüber, weil es ein peinliches Thema ist, und zahlt sich dumm und dämlich dabei, oder versucht man zumindest, mit klaren Regeln, und KONTROLLE, wie beim Kaminfeger auch, und den Tankrevisoren, dafür zu sorgen, dass das System funktioniert !?

Es kömme ja mit Sicherheit doch letztlich nur Denen zugute, die auch nichts zu verbergen haben. Aber zumindest dazu stehen muss man halt schon, denn schliesslich bezahlen die Steuerzahler|innen nicht für Betrüger|innen, sondern für Solche, denen wirklich etwas fehlt. Und damit haben sie auch ein Recht darauf, zu wissen, wer vielleicht betrügt.

Das ist überall so, wo es menschelt, wieso denn sollte es in diesem Fall anders sein ?


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73%
(11 Stimmen)
Emil Huber sagte December 2017

***Für IV-Gutachten zahlt der Bund pro Jahr insgesamt 81 Millionen Franken Steuergelder.***
Ist​ das nicht Wahnsinn? Wozu braucht es das, in der Schweiz, mit einem der besten Gesundheitssysteme der Welt, wie immer betont wird, wenn es um KK Prämien geht? Bei der Entscheidung für eine IV Rente taugen die Ärzte aber offenbar nichts?
Oder Arbeitsbeschaffung für einige gutbezahlte Gutachter Stellen?

https://www.srf.c​h/news/schweiz/iv-ren​te-als-lotterie-gross​e-unterschiede-je-nac​h-gutachter

Schein​bar gilt das beste Gesundheitswesen der Welt nicht mehr, wenn es um den Bezug von (ärztlich verordneten) Leistungen geht.
Jemand hat berechnet, mit dem Geld (81 Millionen) liessen sich rund 4000 Renten erzeugen...



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56%
(16 Stimmen)
Hans Knall sagte December 2017

Wer in diesem Zusammenhang immer von „Selbständigkeit“ der Unterstützten schwafelt, hat es einfach nicht begriffen.

„Unters​tützung“ ist eben genau das Gegenteil von „Selbständigkeit“! Jeder der Geld vom Staat bezieht ist per se eben NICHT selbständig. Und wer sich in Abhängigkeit begibt, muss sich wohl oder übel gefallen lassen, dass der Geldgeber wissen will, ob er damit betrogen wird oder nicht.

Interessant​erweise haben die gleichen Eiferer überhaupt keine Skrupel jene lückenlos überwachen zu lassen, die mit ihren Steuerzahlungen den Staat zwangsunterstützen müssen. Dabei ist nach diesem Prinzip eigentlich der Staat der Abhängige und müsste demzufolge von seinen Geldgebern kontrolliert werden. Nicht umgekehrt.


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83%
(12 Stimmen)
jan eberhart sagte December 2017

Wenn schon, dann rechtstaatlich.

We​nn selbst der NDB eine Genehmigung vom Bundesgericht (und vom Bundesrat) benötigt, sollte man auch hier vorab eine richterliche Genehmigung einholen müssen.

Ausserdem nur im begrenzten Rahmen und nur auf öffentlichen Grund (wie gemäss heutiger Rechtsprechung).

W​ie weit das ausarten kann ohne jede Kontrolle, dafür muss man nur beim MFS und der STASI Nachhilfe holen.



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62%
(13 Stimmen)
Alex Müller sagte December 2017




Was an der Sache nicht richtig läuft ist die unterschiedliche gesetzliche Handhabung.
- Für die Überwachung eines vermuteten Schwerverbrechers oder Betrügers oder eines Schmugglerringes braucht die Polizei eine Bewilligung des Gerichtes.
- Jetzt sollen Invalide von privaten Detektiven überwacht werden dürfen. Dazu braucht es keine Bewilligung des Gerichtes. Es muss also nicht zuerst ein begründeter Verdacht vorgelegt, werden, warum eine Überwachung "notwendig" ist. Die Versicherungen können also selber entscheiden, ob sie einzelne oder alle Invaliden observieren wollen. Es handelt sich hier also um eine Aufweichung des Staatmonopols, wenn man Vorgänge, welche sonst nur die Justiz machen darf, irgendeinem Bürolisten in einer Versicherung überlässt. Der Schritt zur Überwachung aller Versicherungskunden ist dann nur noch klein.
Das kann zu üblen Zuständen führen. Wer überwacht dann die Detektive? Wer haftet, wenn ein Detektiv Bilder von Klienten an die Presse verkaufen? Wie wird ein falsch Beschuldigter rehabilitiert? Die Versicherung wird ihm nicht beistehen. Er muss also beim Gericht klagen. Das geht aber nur, wenn er genügend Geld hat. Und das wohl bei Invaliden eher nicht vorhanden.




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71%
(14 Stimmen)
Emil Huber sagte December 2017

Ein Betroffener berichtet:

Schnüff​ler entlarvt IV-Bezüger als vermeintlichen Betrüger – und richtet grossen Schaden an
Was jedem widerfahren kann, ist Pascal Falcy im Winter 2009 passiert: Der Familienvater aus Porsel FR rutschte auf einer Eisfläche aus und fiel auf den Kopf. Die Folge: zwei gerissene Bandscheiben am Hals, heftige Schmerzen. Bitter waren nicht nur die mehrfachen Operationen, sondern auch die Behandlung seiner Krankentaggeldversich​erung.
Zehn Tage lang wurden Falcy und seine Familie von einem Privatdetektiv der Versicherung beschattet, verfolgt und fotografiert: im Garten, beim Spazieren mit dem Hund, beim Einkaufen oder unterwegs mit der Familie. Akribisch beschrieb der Schnüffler seine Beobachtungen im Überwachungsbericht und hielt sich auch mit persönlichen Wertungen nicht zurück. So schreibt er für den 4. März 2010, 13.30 Uhr: «Er trägt einen schwarzen Mantel. Diese Kleidung erinnert an eine Garderobe, wie man sie für ein Geschäftsessen trägt.»

https://ww​w.aargauerzeitung.ch/​schweiz/schnueffler-e​ntlarvt-iv-bezueger-a​ls-vermeintlichen-bet​rueger-und-richtet-gr​ossen-schaden-an-1320​05717


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71%
(14 Stimmen)
Emil Huber sagte December 2017

Manchmal wähnt man sich in einem Spitzelstaat. Es ist ja verständlich, wenn man tatsächlichen Betrug ahndet (nur sollte man das überall tun, auch bei der reichen Oberschicht & Konzernen) aber das was jetzt passiert ähnelt Gestapo Methoden und geht eindeutig zu weit!

Und man sollte sich auch fragen, warum es im angeblich weltbesten Gesundheitssystem anscheinend so viele Ärzte gibt, welche unrechtmässig Invalidität bescheinigen wenn es nicht tatsächlich so ist?

Man feiert die Einsparungen bei der IV als vollen Erfolg, doch dass es auch die falschen traf, darüber hört man nichts?
Und man fragt sich, wozu denn vom Brutto- und Nettolohn Versicherungsabzüge gemacht werden wenn man nie, sei es IV oder ALV, Leistungen beanspruchen darf? Ohne sofort unter Generalverdacht des Versicherungsmissbrau​ches gestellt zu werden? Wohin fliessen denn die Abzüge der Millionen Arbeitnehmer hin wenn es ja kaum Arbeitslosigkeit in der Schweiz gibt (was immer behauptet wird) und wir immer älter und gesünder werden wie bei der Demografie behauptet wird. Warum stellt dann die Anzahl der Invaliden ein so grosses Problem dar? Alles lauter Widersprüche.
In der Ärztezeitung packt eine Psychiaterin aus und zeigt auf die Missbräuche auf der Versicherer Seite:

https://sae​z.ch/de/article/doi/s​aez.2017.05254/

We​nn eine Versicherung berechtigte Leistungen verweigert (nur aus monetären Gründen) ist das genauso ein Betrug wie wenn Leistungen zu Unrecht bezogen werden, wenn man schon von Betrug spricht!



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(13 Stimmen)
Georg Bender sagte December 2017

Betrugsbekämpfung schafft Arbeitsplätze und demütigt die Menschen!
Die IV ist auch in den Preisen der Produkte einkalkuliert. Sie schmälert das Nettoeinkommen nicht!

Die Vertrauensperson Arzt attestiert einen Befund. Dieser wird von der IV als berechtigt oder unberechtigt qualifiziert. Muss man nun die Qualifizierung der Ärzte in Frage stellen, oder ist der Jagdtrieb (rechtskonservative Schule) im Menschen gewachsen und man will ihn ausleben können?

Überwachun​gsstaat? Bedenkliche Entwicklung und alles nur wegen Geld, welches aus dem Nichts geschöpft wird.


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(14 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte December 2017

Tönt ja so schön reisserisch, mit in die Stube filmen. Am Schluss ist auch nur das was man vom Trottoir auch sehen kann.
Aber lesen Sie doch mal folgenden NZZ Artikel.
https://www​.nzz.ch/schweiz/inval​idenversicherung-zahl​-der-iv-betrugsfaelle​-steigt-ld.1296027
D​arum sehe ich schon eine Notwendigkeit der Betrugsbekämpfung.


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