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Illusion Entwicklungshilfe beenden

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Illusion Ent­wick­lungs­hilfe aufgeben!

(In diesem Bericht wird mit allgemeinen Fakten argumentiert. Detailinformationen können leicht auf den Webseiten der grossen internationalen Organisationen gefunden werden. Nur wenige gerundete Zahlen werden herangezogen, um Grössenordnungen zu zeigen.).

Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Völkerwanderung wird gefordert, in den Auswanderungsländern durch die Entwicklungshilfe die Zustände so zu verbessern, dass die Menschen dort keinen Anlass mehr haben, zu uns zu kommen, um sich von uns aushalten zu lassen.

Wie so vieles in der Politik, fusst auch diese Forderung auf Unkenntnis und Wunsch-denken.

 

1. WIE LANGE MUSS ENTWICKELT WERDEN, BIS DIE HILFE WIRKT?

Seit rund 60 Jahren wird massiv bilaterale und multilaterale Entwicklungshilfe geleistet. Wann wirkt sie endlich? Es wäre nützlich, ist aber zu aufwändig, weltweit abzuklären, wie viele der unter Einsatz einiger tausend Milliarden Euro aufgebauten Projekte heute auf annehmbarem Niveau sind oder noch funktionieren. Das Ergebnis wäre wahrscheinlich sehr ernüchternd. Hier ein Beispiel: ein von der Branche weltweit anerkanntes grosses Berufsschulprojekt wurde von der UNO als eines der wenigen Centre of Excellence in seinem Fachbereichausgezeich​net und von der NZZ zum Flaggschiffder Schweizer Ent-wicklungshilfe gekürt und zwar zu einer Zeit, als es über 2 Jahrzehnte von den afrikani-schen Führungs- und Fachkräften auf höchstem Niveau gehalten worden war. Diese waren von der Schweizer Projektleitung über viele Jahre dafür ausgebildet worden. Laut Berichten der lokalen Presse ist es vor einigen Jahren wegen der üblichen Probleme untergegangen. Die UNO entzog ihm die Auszeichnung wieder.

 

  1. WIR KÖNNEN DIE PROBLEME DER WELT NICHT LÖSEN!

Seit Oktober 2015 ist laut UNO unter der Armutsgrenze, wer pro Tag nicht mehr als 1.90 Dollar zur Verfügung hat. (Bis dahin lag sie bei 1.25$). Das sind je nach Quelle rund 1 Milliarde Menschen. Aber ist nicht auch sehr arm, wer 3-4 Dollar pro Tag hat? Wir müssen davon ausgehen, dass einige Milliarden Menschen nach unseren Begriffen extrem arm sind und unter sehr prekären Verhältnissen leben. (Laut UNO sterben täglich rund 14'000 Kinder und 10'000 Erwachsene an Unterernährung).

So bedrückend diese Einsicht ist, wir müssen uns damit abfinden, dass wir das gigan-tische Elend in der Welt nicht wirklich lindern, geschweige denn beenden können.

 

  1. DIE ERDE IST KEIN „LIEBER“ PLANET.

Die Erde ist vor allem der Schauplatz des dauernden Überlebenskampfes jedes Lebe-wesens und des Fressens und Gefressen Werdens. Wir haben zwar Umgangsformen entwickelt, die ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft ermöglichen. Aber die Geschichte von Adam und Eva sagt schon alles: „Im Schweisse eures Angesichts ....“. Ohne dauernde Anstrengung und Arbeit kann der Mensch nicht überleben. Jedes Lebe-wesen, ob Grashalm, Mücke oder Mensch, will sich gegen andere durchsetzen und sich behaupten.

Dem Menschen ist es da und dort gelungen, die Lebensbedingungen so zu verbessern, dass er gut leben, bei uns sogar einen vergleichsweise unglaublichen Luxus geniessen kann. Das Geniessen ist legitim, aber das gute Leben blendet viele so, dass sie nicht mehr sehen, was es an Arbeit, guter Organisation, einer selbstverständlichen minimalen Selbstdisziplin, gemeinsamen Wertvorstellungen und Verhaltensweisen braucht, damit eine Gesellschaft auf die Dauer funktioniert. Sie sehen den hinter dem guten Leben statt-findenden Überlebenskampf nicht mehr, aber der treibt auch die gegenwärtige Völker-wanderung an.

Bei ​ unserer Meinungsbildung zur Entwicklungshilfe dürfen wir nicht emotional handeln oder nur kurzfristig und punktuell denken, sondern müssen den grossen Zusammenhang und die Zukunft mitberücksichtigen. ​​

 

  1. ES KANN KEIN EWIG DAUERNDES WACHSTUM GEBEN.

Eine frohe Nachricht wird verbreitet: Prozentual nimmt die Armut ab. Was nützt das, wenn die Weltbevölkerung immer noch schnell wächst? Gegenwärtig vermehrt sie sich jährlich um 82 Millionen, entsprechend der Bevölkerung Deutschlands. Dabei haben die Frauen in den ärmsten Ländern am meisten Kinder (Niger: 7.6 Kinder pro Frau, Afghanistan 4.8, Eritrea 4.3, Schweiz 1.5 . Kaufkraftbereinigtes Bruttoinlandprodukt pro Kopf und Jahr: Niger 830 $, Schweiz 46’500$)

Als die ehemalige Firma des Verfassers 1968 in Kenia mit einem Projekt der Entwick-lungshilfe anfing, zählte das Land rund 10 Millionen Einwohner, davon 80% sehr arm, also rund 8 Millionen Arme. Seither ist die Armut auf 44% zurückgegangen, aber bei einer Bevölkerung von inzwischen 46 Millionen ergibt das rund 20 Millionen armer Menschen. Dabei gehört das Land zu den wirtschaftlich erfolgreicheren Ländern Afrikas. Von dem unter Punkt 1 genannten Berufsschulprojekt wurden in dieser Zeitspanne gegen 60’000 Kenianer auf verschiedenen Stufen, vom Fachmann bis zum Direktor ausgebildet. Wieso sollen die 20 Millionen Armen wegen dieser an sich hohen Zahl dank Entwicklungshilfe ausgebildeter Fachleute nicht zu uns kommen wollen?

„Experten“ rechnen uns vor, wie viele Milliarden mehr Menschen unser Planet ernähren könnte. Wollen wir wirklich diese theoretische Möglichkeit bis zu dem Punkt ausschöp-fen, da auch sie ihre Grenzen erreicht? Wir glauben immer noch an das unbeschränkte Wachstum, das jedes Problem, auch die Vermehrung der Weltbevölkerung und die Völkerwanderung, lösen könne. Aber auch wenn der Mensch neue Formen der Pro-duktion von Lebensmitteln erfinden wird, auf Dauer bleibt der Raum auf unserem Planeten beschränkt, Dabei wirken zwei Faktoren gegeneinander:

a) Die Menschheit wächst immer noch sehr schnell. Betrug die Weltbevölkerung laut   UNO 1950 noch 2.5 Milliarden, so sind es heute bald 8 Milliarden. Die grosse           Mehrheit der Neugeborenen wird von den Armen in den ärmsten Ländern ge-            boren.  Sie sind arm und die meisten werden es auch ihr Leben lang bleiben. Eine     der Hauptaufgaben der Entwicklungsländer müsste es deshalb sein, die Bevöl-   kerungsexplosion​ rasch zu stoppen. 

b) Gleichzeitig nimmt die landwirtschaftliche Nutzfläche wegen der Überbauung, dem Vordringen der Wüsten, der Erschöpfung und Verseuchung der Böden dauernd ab. China ist ein gutes Beispiel: Es hat von 1978 bis 2008 aus diesen Gründen mehr als 200'000 km2 besten landwirtschaftlichen​​ Bodens verloren, also fünfmal die Fläche der Schweiz. Das Land braucht 1'120'000 km2, um sich beim gegen-wärtigen Bevölkerungsstand ernähren zu können. Es verfügt gerade noch über 1'200'000 km2. (Quelle: Chinas Landwirtschaftsminis​​terium, zitiert in der chinesi-schen Presse). Um seine Bevölkerung auch in Zukunft ernähren zu können, kauft China weltweit grosse Flächen landwirtschaftlicher Böden und Rohstoffquellen. Diese fehlen dann der einheimischen Bevölkerung.

Die gegenwärtig auf der Erde zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Nutzfläche von nur noch 1700 Quadratmetern pro Mensch kann zwar noch erhöht werden, in dem wir Methoden zur Bewässerung von Teilen der Wüste entwickeln, nicht sehr produktives Land bewirtschaften, weitere Wälder abholzen und die technisierten Produktionsverfahren in Treibhäusern und Fabriken weiterentwickeln. Aber irgendwann geraten wir an Grenzen, auch weil das Süsswasser knapp wird.

Eine Fläche entsprechend derjenigen Westeuropas war schon 2011 in der Hand von westlichen Grosskonzernen, (Quelle: NZZ Folio 11/2012) zu denen in den letzten Jahren auch noch grosse chinesische Firmen gestossen sind. Oft werden dort riesige Monokul-turen aufgebaut, z.B. um Gummi oder Palmöl für die Industrieländer zu liefern. Diese produzieren pro Fläche zwar ganz wesentlich mehr mit viel weniger Menschen als Klein-landwirte, aber Millionen von Bauernfamilien wurden dadurch von ihrem Land und ihrer Lebensgrundlage in die Slums der Mega-Städte vertrieben. Wir produzieren auch auf riesigen Flächen Nahrungsmittel, um damit höchst verschwenderisch Tiere zu füttern, damit sie als Fleischlieferanten für unseren Luxuslebensstil dienen. Die gleiche Konzen-tration des Besitzes und der Kontrolle findet weltweit mit den Rohstofflagerstätten und den Trinkwasserquellen statt.

Je länger je mehr stossen wir an Grenzen. So ist z.B. bei uns die Handhabung des Mülls und der Abgase noch teilweise unter Kontrolle. Aber in den meisten Ländern ist die Menge an festem und flüssigem Müll und Abgasen nicht mehr zu beherrschen und verschmutzt und verseucht den Boden, die Gewässer, die Meere und die Luft. Die riesigen Wirbel von Plastikmüll in den Weltmeeren sind schon allgemein bekannt.

 

5. STAATEN UND IHRE EINWOHNER HABEN UNTERSCHIEDLICHE KULTUREN, WERTVORSTELLUNGEN UND UMGANGSFORMEN UND SIND FÜR SICH SELBER VERANTWORTLICH.

Scho​​n zu Urzeiten lebte der Mensch in Grossfamilien und Clans. Er sicherte sich ein Gebiet für die Jagd und seine Sammlertätigkeit, versuchte es auf Kosten anderer zu vergrössern oder gegen Konkurrenten zu verteidigen. Aber schon damals war jede Gruppe für sich selber verantwortlich und entwickelte ihre ganz eigene Persönlichkeit. Daraus entstanden über die Jahrtausende die Staaten als Träger der Souveränität und ihre Menschen entwickelten sehr unterschiedlichen Kulturen, Wertvorstellungen und Umgangsformen. 

Man kann etwas Wasser in Wein geben, da auch er überwiegend aus Wasser besteht. Er wird nur immer dünner, aber es ist immer noch Wein. So können fremde Kulturen ein-facher in andere Kulturen integriert werden - wie z.B. die Ungarn nach 1957 bei uns – je mehr gemeinsame Wurzeln die beiden haben. Auch wenn man kein Rassist ist und Hühnersuppe so gern hat wie Kakao, so versteht doch jeder, dass man die beiden nur schwer mischen kann, ohne dass ein ungeniessbares Gemisch entsteht. So ist es auch mit Menschen völlig anderer Kulturen. Je unterschiedlicher diese von unserer ist, wie z.B. die der zu uns kommenden Afghanen und Eritreer, desto schwieriger wird die Integration. Und die ist ohnehin unmöglich, falls die Zahl solcher Einwanderer gross ist.

Von den Befürwortern der Entwicklungshilfe wird auch die Frage nicht gestellt, wie lange es geht und welches Umfeld nötig ist, bis nur ein einziger Mensch erzogen und ausgebil-det ist und ein nützliches und integriertes Mitglied seines Volkes ist. Im oben geschilderten Beispiel einer grossen Berufsschule in Kenia hatten die Auszubildenden, wenn sie dort anfingen, bereits viele Jahre einer guten Schulbildung hinter sich. Dann kamen nochmals 2-4 Jahre Berufsausbildung an einer mit Millionen von Franken aufgebauten und ausge-rüsteten Institution dazu. Zuerst unterrichteten dort von der Schweizer Projektleitung gestellte Lehrkräfte, bis genügend einheimische Kräfte ausgebildet waren, die dann übernehmen konnten. All das ist ein sehr langer, aufwändiger Prozess, der jeweils nur einen winzigen Anteil einer Gesamtbevölkerung erreichen kann.

In Ruanda hatte die DEZA mehr als eine halben Milliarde Franken in ein gut gemeintes landwirtschaftliches Grossprojekt gesteckt. Es ging wegen des dortigen Völkermordes unter. Während ein Volk im eigenen Land seine Kultur, Wertvorstellungen und Umgangs-formen bei jedem Einwohner ab dessen Geburt durchsetzen kann, hat eine Organisation der Entwicklungshilfe praktisch keine Möglichkeiten, die fundamentalen Eigenschaften eines Volkes am Ort seines Einsatzes zu ändern.

So werden gutgemeinte Projekte Opfer der lokalen oder regionalen Umstände und Verhaltensweisen. Es ist schon viel, wenn bei der kleinen Gruppe der Menschen, die durch ein Entwicklungshilfeproj​ekt erfasst werden, die von modernen Gesellschafts- und Produktionsformen geforderte Geisteshaltung geschaffen werden kann. Aber auch sie ist schliesslich das Ergebnis der Einmischung in die lokale Kultur.

Die gegenwärtige Völkerwanderung wird zum grossen Teil durch den Wunsch der Einwanderer ausgelöst, von den bei uns erreichten guten Umständen profitieren zu können, ohne selber bei sich zu Hause die grossen Anstrengungen und Opfer auf sich nehmen zu müssen, die unsere Vorgänger auf sich nahmen, um unsere Länder auf den heutigen Stand zu bringen.

Dabei wird von vielen, die die Grenzen für jeden öffnen wollen geglaubt, alle Einwanderer könnten integriert werden. Dazu muss die Frage gestellt werden, wie gross die Wahr-scheinlichkeit ist, dass kräftige, junge, aber schon erwachsene Männer ohne Bildung aus einer ganz anderen Kultur, die keine unserer Sprachen sprechen, bereit sind, jahrelang die nötige Selbstdisziplin und das Durchhaltevermögen aufzubringen, um unsere Sprache, dazu die notwendige Bildung und die wichtigsten unserer Verhaltensweisen zu erwerben, damit sie in 10 Jahren gut integrierte Bürger werden und ihren Beitrag an unser Land leisten können.

Je mehr es sind, desto geringer ist die Chance, dass sie integriert werden können. Es dürfte ohnehin nur ein kleiner Prozentsatz sein. Die anderen werden in Ghettos in unseren Städten ihr eigenes Leben führen oder zu Sozial- und Kriminalfällen werden, wie wir ja schon viele haben. Wir dürfen auch nicht übersehen, dass Einwanderer in diesem Alter ganz normal starke sexuelle Bedürfnisse haben, die – wenn nicht befriedigt – leicht zu extremen Haltungen und Handlungen verschiedenster Art führen können.

Kriegsflüchtl​inge sollten in einer ihrer Kultur verwandten Umgebung aufgenommen werden. Warum weigern sich die reichen, ethnisch und kulturell verwandten Nachbarn am persischen Golf oder Saudi Arabien syrische Flüchtlinge aufzunehmen, was so nahe-liegend wäre? Weil sie Realisten sind und sich trotz der kulturellen und religiösen Nähe auch der Unterschiede bewusst sind und die sich aus deren Aufnahme ergebenden Spannungen in ihren Gesellschaften vermeiden wollen. Dazu wollen sie wahrscheinlich Europa auch mit Muslimen überschwemmen, um den Islam zu fördern.

Die meisten Menschen, die glauben, mit Entwicklungshilfe die Probleme der Empfänger-länder lösen zu können, haben keine persönliche Erfahrung dort. Die jahrzehntelange weltweite Erfahrung des Verfassers umfasst auch Erinnerungen an glühenden Anti-Rassisten, die kurz nach Stellenantritt in Entwicklungsländern zu den übelsten Rassisten wurden, nachdem sie mit den, für eine moderne Volkswirtschaft oft hinderlichen, völlig anderen Kulturen, Wertvorstellungen und Verhaltensweisen der dortigen Menschen konfrontiert wurden. Eine solche Entwicklung riskieren wir bei uns, wenn die Zahl von Einwanderern das verkraftbare Mass übersteigt bzw. Vertreter extremer Formen anderer Religionen bei uns aktiv werden.

Dabei sind die Menschen dort oder wenn sie als Einwanderer zu uns kommen, Menschen wie Du und ich - trotz aller kulturellen und anderen Unterschieden. Viele mögen uns auf Anhieb sympathisch sein. Sie tragen wie wir das ganze Spektrum an Möglichkeiten in sich, vom Aufbauenden und Menschlichen bis zum Zerstörerischen und Bestialischen.

 

6. WELTWEITE​ WESTLICHE EINMISCHUNG.

Sagen uns Malaysia, Grenada, Tansania, Brasilien oder China immer wieder, wie wir unser Land organisieren müssen, wie wir uns politisch und wirtschaftlich zu verhalten haben? Selbstverständlich nicht. Die Staaten des Westens mischen sich aber seit Jahrhunderten überall, oft bis in unsere Tage auch militärisch ein: als Kolonisatoren, Besatzer, Lehrmeister für die richtige Regierungsform, Menschenrechte, aber auch um die Hand auf die wichtige Ressourcen zu legen. Wie oft hat der Westen uns nicht genehme, sehr oft linke Regierungen militärisch oder durch seine Geheimdienste gestürzt oder im Namen der Demokratie Rebellengruppen organisiert, finanziert und bewaffnet, damit sie diese Aufgabe übernehmen. Dabei steht hinter diesen Entscheiden – neben handfesten, gut getarnten Interessen, z.B. der US Gas- und Getreidekonzerne an der Ukraine - die naive Meinung, Menschen, die gegen Gaddafi, Saddam Hussein, Präsident Assad oder den legalen Präsidenten der Ukraine kämpften, seien gute Demokraten. Aber nicht nur die von ihnen bekämpften Herrscher, sondern auch sie alle sind durch die autoritäre Kultur ihrer jeweiligen Länder geprägt. So hat der Westen den Mittleren Osten, Teile Nordafrikas und die Ukraine ins Chaos gestürzt und die gegenwärtige Völkerwanderung teilweise selbst ausgelöst.

Nach dem II. Weltkrieg begann die Entwicklungshilfe als Teil dieses westlichen Dranges zur Einmischung in der Meinung, den Menschen in Entwicklungsländern könne geholfen werden, rascher aus der Armut zu entfliehen, falls wir ihnen die nötigen Kompetenzen vermitteln und ihre Infrastruktur, Verwaltungen, Bildungsinstitutionen​​ usw. aufbauen. Mit viel westlichem Geld aufgebaute Projekte sind im Sumpf von Vetternwirtschaft, Korruption und Chaos wieder untergegangen. Heute müssen wir die Entwicklungshilfe als gescheitert betrachten. Wir haben bei den Empfängern nur eine Bettlermentalität geschaffen und dieser unbedacht jetzt auch noch die Illusion vom guten Leben bei uns aufgepfropft.

Es gibt heute keinen gut funktionierenden modernen Staat, der dank der Entwicklungshilfe entstanden wäre. Hat irgend eine Entwicklungshilfe Deutschland oder die Schweiz aufgebaut? Nein, Tausende haben in der Vergangenheit ihr Leben eingesetzt, um in Europa Demokratie und Sozialstaat aufzubauen. Ohne sie lebten wir immer noch im Feudalismus und Wildwest-Kapitalismus​​.

Wurden die rund 50 Millionen bitterarmer, verfolgter und bedrohter Menschen, die in die USA ausgewandert sind, bei deren Ankunft von Sozialarbeitern empfangen und erhielten monatlich genügend Geld für Essen, Kleider, Unterkunft, Handy und Gratisanwälte? Nein, sie mussten arbeiten, arbeiten und arbeiten, oft ihr ganzes Leben lang ohne Ferien, Freizeit und Sozialleistungen. So haben sie sich hochgearbeitet und die USA zur führenden Wirtschaftsmacht gemacht. Auch China ist ein gutes Beispiel. China war zu Maos Zeiten ein bitterarmes Land. Aber nach der Schaffung der richtigen Voraus-setzungen 1978 haben die Chinesen mit einer ungeheuren Arbeitsanstrengung jedes Einzelnen Ihr Land in nur 30 Jahren selber zu einer der führenden Wirtschaftsmächte gemacht und gleichzeitig das Leben von vielen hundert Millionen Menschen in jeder Beziehungen so dramatisch verbessert, wie es der Planet Erde seit seinem Bestehen noch nie gesehen hat. Man kann sich auch fragen, warum die Chinesen, die seit Jahren in grossen Mengen in arme Länder auswandern, dort so rasch so erfolgreich sind, während die Einheimischen weiterhin arm bleiben. Die Antwort ist einfach: Weil sie sehr hart arbeiten.

Deshalb müssen wir ab sofort die Entwicklungshilfe jeglicher Form herunterfahren und von allen Staaten und deren Menschen, (also z.B. auch von den Eritreern) fordern, ihre Angelegenheiten selber zu erledigen und sich wie unsere Vorfahren mit ihrem Leben für die Schaffung besserer Verhältnisse in ihren Ländern einzusetzen. Der Westen muss endlich aufhören, sich weltweit in andere Länder einzumischen, unter welchem Vorwand und mit welchen Mitteln auch immer.

Es ist menschlich verständlich, dass die Mitarbeiter der internationalen Organisationen und der Geberländern, die ihr Leben lang in der Branche arbeiten und oft sehr engagiert waren und gute Arbeit leisteten, mit dieser Forderung nicht einverstanden sind und sich vehement für ihre Branche wehren.

 

7. WIE WEITER?

Für eine kurze Übergangszeit könnten wir uns in rasch abnehmender Intensität noch an den laufenden Projekten beteiligen, und die Hilfe dann ganz einstellen. Auch den Einwanderern gegenüber müssen wir eine harte Haltung einnehmen. Wir und Europa müssen für sie die Grenzen dicht machen und ihre Boote im Mittelmeer und der Ägäis dorthin schleppen, woher sie gekommen sind.

Im Gegenzug sollten wir eine sehr grosse Anstrengung unternehmen, um denjenigen, die schon hier sind, noch die nötige Erziehung und Bildung zu geben, damit sie zu guten Mitbürgern werden, oder nach Rückkehr in ihre Heimatländer dort aktiv am Aufbau mit-wirken können. Dieses attraktive Bildungsangebot wird nicht zu weiteren Einwanderern führen, wenn wir keine mehr aufnehmen und das auch bekannt machen. Dabei wird es am Wichtigsten sein, dafür zu sorgen, dass sie alle die Eigenschaften, wie Selbstdisziplin, Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Pünktlichkeit, Ordnungssinn, Anerkennung der Gleichbe-rechtigung von Mann und Frau usw. erwerben, ohne die sie nicht in die moderne Wirt-schaft und Gesellschaft passen. Das darf keine Kuschelerziehung sein.

Aber wir sollten uns die Frage stellen, ob wir angesichts dieser Sachverhalte und Zwänge nicht unseren extrem luxuriösen Lebensstil etwas einschränken oder wenigstens aufhören sollten, immer noch mehr zu fordern. Auch dann lebten wir immer noch unendlich viel besser als die ganz grosse Mehrheit der Menschen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Hier geht es nur um die Entwicklungshilfe. Die Humanitäre Hilfe der Schweiz für Kriegs- und Katastrophengebieten muss auf hohem Niveau weitergeführt werden, wenn immer möglich vor Ort.

 

Gotthard Frick, Bottmingen           ​​                    ​                     ​            1.07.2016     ​      ​   


Kommentare von Lesern zum Artikel

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40%
(5 Stimmen)
Gotthard Frick sagte April 2017

Vimentis 17.904.2017
Sehr geehrter Herr Barner, könnten Sie mir bitte sagen, wo ich von uns als den "Guten" und den Menschen in anderen Erdteilen als den "Habenichtsen, faulen Menschen, Feinde" rede?

Sehr geehrte Herren Walter Beck und Rudolf Oberli: Es genügt in einer Debatte nicht, mit Schlagworten um sich zu werfen, die zwar an Gefühle appellieren, aber nicht an den Verstand: "Mehr Entwicklungszusammena​rbeit = weniger Flüchtlinge" oder "Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Neger in Afrika verhungern". Bitte in Debatten konkret werden.

Ich lasse mich gerne überzeugen, dass man mit Entwicklungszusammena​rbeit die Zahl der Einwanderer reduzieren kann, wenn man mir ganz konkret zeigt, wie das funktioniert. Ich erwähne hier nochmals das Beispiel eines grossen Schweizer Berufsschulungsprojek​tes in Kenia: Als es 1968 anfing, hatte das Land rund 10 Millionen Einwohner, darunter laut UNO 82% unter der Armutsgrenze, d.h. rund 8 Millionen bitterarmer Menschen. Heute (2017) hat Kenia 48 Millionen Einwohner, davon sind alleine im Jahr 2016 1,200'000 (!) neu dazu gekommen. Die Bevölkerung ist also in einem Jahr um 1.2 Millionen gewachsen. Dies ist nur eines der zahlreichen Länder Afrikas, wo die Probleme vergleichbar sind. Aber neben Afrika gibt es auch noch Mittel- und Südamerika, den Mittlere Osten, Asien mit hunderten von Millionen armer Menschen. Was schlagen Sie konkret vor?

Die Armutsgrenze in Kenia liegt heute bei rund 44%. Prozentual ist sie massiv heruntergegangen, aber total sind von den 48 Millionen Einwohnern 21 Millionen bitterarm, gegenüber 8 Millionen von den 10 Millionen Einwohnern im Jahr 1968. In dem genannten Schulungsprojekt wurden bisher rund 60'000 sehr gute Fachleute bis zur Managementstufe ausgebildet. Warum sollen die 21 Millionen bitterarmer Menschen deswegen nicht zu uns kommen wollen?

In Afrika sind 750 Millionen Menschen im Alter, in dem man bei uns die Schulbildung und dann die Berufsausbildung/Stud​ium macht. Jedes Jahr kommen 50 Millionen Kinder im Primarschulalter neu dazu und 50 Millionen verlassen diese Altersgruppe und hätten eine Ausbildung abgeschlossen und bräuchten eine Stelle, wenn es Ausbildungs- und Arbeitsplätze gäbe. Was schlagen Sie vor?

In 6 Jahren wird es fast 200 Millionen Menschen mehr in Afrika geben als heute, davon der grösste Teil sehr arm? Was schlagen Sie konkret vor, damit diese zusätzlichen 200 Millionen Menschen nicht zu uns kommen wollen?

Von den rund 1.25 Milliarden in Afrika lebenden Menschen sind mehr als die Hälfte 14 Jahre alt und jünger. Was können wir für diese rund 650 Millionen junger Menschen tun?

Welche Entwicklungszusammena​rbeit hat China mit seinen 1.3 Milliarden Menschen in nur 30 Jahren zu einer der führenden Wirtschaftsmächten gemacht und das Leben hunderter von Millionen von Menschen so dramatisch verbessert, wie es auf der Erde noch nie in so kurzer Zeit stattfand? Oder waren es die ausserordentlich hart arbeitenden Chinesen selber, die ihr Land so voran gebracht haben? Was ist ihre Erklärung? Können Sie erklären, warum so viele Chinesen, die nach Afrika auswandern, meistens ohne Geld, aber dafür bereit, sehr viel zu arbeiten, so rasch wohlhabend werden und Teile der Wirtschaft übernehmen?

Heute in 6 Jahren gibt es 500 Millionen Menschen mehr auf der Erde als heute. Das findet nicht bei uns statt, sondern in den ärmsten Ländern Afrikas, etc.

Mit freundlichen Grüssen Gotthard Frick



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43%
(7 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte February 2017

"Deshalb müssen wir ab sofort die Entwicklungshilfe jeglicher Form herunterfahren und von allen Staaten und deren Menschen, (also z.B. auch von den Eritreern) fordern, ihre Angelegenheiten selber zu erledigen und sich wie unsere Vorfahren mit ihrem Leben für die Schaffung besserer Verhältnisse in ihren Ländern einzusetzen."

Rich​​tig, Genosse Frick! Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Neger in Afrika verhungern. Die freuen sich ja auch nicht, wenn es uns gut geht.



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50%
(8 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte August 2016

@ Herr Gotthard Frick,

Vielen DANK, der BESTE Artikel den ich über dieses Thema je gelesen habe.
Ich habe selber auch einen Artikel über das Theme "Entwicklungshilfe" verfasst wie folgt;

https://www​.vimentis.ch/dialog/r​eadarticle/entwicklun​gshilfe-in-bar-abscha​ffen-/?



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40%
(15 Stimmen)
Rudolf Oberli sagte July 2016

Schon wieder sollte ich hier erklären, dass es seit Jahrzehnten keine "Entwicklungshilfe" mehr gibt, sondern Entwicklungszusammena​rbeit (mit den Menschen im Land), und was die staatliche und die private Projektarbeit bewirkt und wie sie kontrolliert wird. Aber ich mag das nicht alles schon wieder formulieren – bei einem Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS) schon gar nicht. Heute sind schon wieder 20000 Kinder verhungert, Herr Frick; das entspricht der Einwohnerzahl von Allschwil.


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33%
(12 Stimmen)
Helmut Barner sagte July 2016

Ich hätte wie auch an anderer Stelle schon erwähnt einen Vorschlag: Die Kosten für die partnerschaftliche Zusammenarbeit werden auf die Höhe der Gelder festgelegt, die genau diesen Ländern durch Offshore-Konstrukte entzogen werden und in der Schweiz landen. Ups, da müssten wir noch drauflegen. Es werden den "ärmsten Ländern der Welt" mehr Mittel durch diese Geschäftspraktiken geklaut, als die ganze westliche Entwicklungshilfe "spendet". Die "armen Länder" entwickeln also uns!

Sie haben eine sehr einseitige Weltanschauung, Herr Frick. Hier die Guten, überall sonst nur Habenichtse, faule Menschen, Feinde. Wie wollen Sie im übrigen schon nur all die Schäden abgelten, die in den Ländern Afrikas durch unseren Verschleiss von Ressourcen entstehen? Die Meere steigen an, Inseln werden untergehen, Küstenstreifen versalzen, andernorts breitet sich die Wüste aus. Einen grossen Teil der Schuld daran tragen wir. Europa hat die Länder der dritten Welt ausgebeutet- die Schweiz tut das heute noch - Herr Frick, was schlagen Sie vor, was zu tun ist? Als Christ auch noch?



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24%
(17 Stimmen)
Peter Graham Lancashire sagte July 2016

Bundesrat Mauler's neue Budgets fur 2017 und 2018 unter Beruecksichtigung der zu erwarten den Fluechtlingszahlen Mahoney zur Vorsicht, da defiziten etwa in der Hoehe der neu berechneten Kosten fuer Fluechtlingen drohen. deshalb ist Es nicht wunderlich dass sogar ein CVPler hoechstlimiten fuer Fluechtlingen , und die FDP neue Kriterien fuer Fluechtlingen Aus Eritrea fordern.in diesem Context
Sind m.E. Die durchaus nacgvollziehbare fuer kurzungen der Entwicklungshilfe zu sehen.PGL


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