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Gruppe GIARDINO Communiqué

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Medienmitteilung Zug, 18. Fe­bruar 2017

MSC Munich Security Conference, Frühjahrssession eidg. Parlament

Gruppe GIARDINO: Lage in Europa ist instabil – Schweiz nicht vorbereitet

Der leitende Ausschuss der Gruppe GIARDINO hat in Zug seine erste Tagung in diesem Jahr durchgeführt. Die Gruppe, welche sich für den Wiederaufbau einer glaubwürdigen Landesverteidigung einsetzt, hat sich an diesem Anlass intern neu organisiert und personell verstärkt.

Die Besprechung der aktuellen Sicherheitslage ergab folgendes Bild:

Im Jahr 2016, als der zurückgetretene Chef der Armee (CdA) der Gruppe GIARDINO vorwarf, noch an «Panzerkriege» zu glauben, hat Russland seine 1. Garde-Panzerarmee wieder aufgebaut. Gleichzeitig produziert Russland gegenwärtig tausende von ARMATA-Panzern einer völlig neuen Generation.

Die USA haben im gleichen Zeitraum eine zusätzliche Panzerbrigade nach Europa verlegt, die über doppelt so viele Panzer verfügt, wie die ganze Schweizer Armee. In diesen Tagen kamen im Rahmen der laufenden zusätzlichen Verstärkung der U.S.-Streitkräfte die ersten 49 Kampf- und Unterstützungs-Hubsc​hrauber der «10th Combat Aviation Brigade (CAB)» in Deutschland an. Die restlichen 35 Hubschrauber folgen nächstens. Jedermann weiss inzwischen, dass die USA Truppen in die Baltischen Staaten verlegt haben.

Da die USA glauben (Rede des Generalstabschef der US Armee vom 4. Oktober 2017) in einem zukünftigen Kriege kaum mehr Nachschub über die Meere bringen zu können, haben sie begonnen, vorrausschauend schweres Kriegsmaterial in Europa zu lagern. Präsident Trump will das Verteidigungs-Budget der USA massiv erhöhen.

Unser Bundesrat und Parlament haben vor einem Jahr die weitere Zerschlagung der Schweizerischen Armee beschlossen. Sie kann heute nicht und in Zukunft noch viel weniger den Verfassungsauftrag erfüllen, laut Art. 58. die «Kriegsverhinderung»,​ bzw. die Verteidigung von Land und Leuten.

Während z.B. Russland in letzter Zeit immer wieder grosse Verbände Postfach ohne Voranmeldung innert dreier Tage überraschend in Manövern, oft in sehr weit entfernten Gebieten, eingesetzt hat, sollen bei uns in wenigen Jahren im Rahmen der WEA («Weiterentwicklung der Armee») 30'000 Mann wieder «schnell», d.h. in 10 Tagen mobilisiert und ausgerüstet werden können. Der Konflikt ist dann vermutlich längst vorbei.

Wie will die Schweiz die ihr durch das Haager Abkommen von 1907 im Gegenzug für die Anerkennung der Neutralität die im Art. 5 auferlegte Pflicht erfüllen, allen fremden Mächten die Benützung ihres Territoriums falls nötig «gewaltsam» zu verwehren – mit nur noch zwei Kampfbrigaden, faktisch ohne Fliegerabwehr und Luftwaffe?

Unsere Regierung gibt Milliarden für angeblich Cyberkriegs-resistent​e Kommunikations-System​e aus, während sich die U.S.- Streitkräfte für einen Krieg in einem «der Kommunikation verwehrten Umfeld vorbereiten» und die amerikanischen Truppen lernen müssen, sich wieder mit Karte und Kompass zurechtzufinden. Die U.S.-Flotte hat bereits 2014 im indischen Ozean grosse Manöver in einem solchen Umfeld durchgeführt.

Es ist zudem der Gipfel der Dekadenz, wenn man im Volk meint, «andere» würden uns im Konfliktfall zu Hilfe eilen (NATO, EU-Armee). «Andere» sollen für unser Land ihr Leben opfern, weil wir selber dazu nicht mehr bereit seien.

«Die Haltung des Bundesrates ist völlig verantwortungslos», so Giardino-Präsident Willi Vollenweider.

Und: «Wie die NZZ heute meldete, hat Finnland beschlossen, seine im Kriegsfall verfügbaren Streitkräfte von 230’000 auf 280’000 Mann aufzustocken.

Wann endlich erwachen unsere Sicherheitspolitiker aus ihrem Tiefschlaf?»

Die Gruppe GIARDINO wird sich weiterhin für die Sicherheit unserer einmaligen Landes und seiner Menschen und gegen den vom Bundesrat betriebenen, schleichenden Beitritt zur NATO einsetzen. Sie wird sich gelegentlich wieder melden.

Willi Vollenweider, dipl.El.Ing.ETH, Kantonsrat, Präsident Gruppe Giardino Tel 041 743 1880 willi.vollenweider@da​tazug.ch http://www.willivolle​nweider.ch

Gotthard Frick Leiter Fachgruppe Armee-Konzeption Tel 061 421 8726 gohefrick@gmx.ch

http://www.gruppe-gi​ardino.ch Postfach 7701, 6302 Zug –

Spendenkonto: Notenstein La Roche Privatbank AG 9004 St. Gallen IBAN: CH87 0876 5105 9258 6400 0

Über die Gruppe GIARDINO Die «Gruppe GIARDINO» ist der bedeutendste, vom VBS vollkommen unabhängige «Think Tank» der schweizerischen Sicherheits-Politik. Ihm gehören Bürger und Bürgerinnen aus allen Kantonen sowie aktive und ehemalige Militär-Angehörige an, welche die Vernachlässigung der öffentlichen Sicherheit, namentlich im Bereich der Landesverteidigung, mit sehr grosser Besorgnis beobachten und seit Jahren einen Stopp dieses verantwortungslosen Zerfalls- Prozesses fordern. Das nun nichtzustande gekommene Referendum setzt den Armee-Halbierungs- Bundesbeschluss («WEA», 14.069) in Kraft. Damit versetzt die desaströse Bundespolitik dem Miliz-Prinzip in der Armee den Todes-Stoss, beendet die Glaubwürdigkeit der Schweizerischen Armee und bewirkt die faktische Abkehr von der bisherigen Neutralitätspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Ohne rasche Gegenmassnahmen wird sich die Abwärtsspirale der Schweizer Armee noch beschleunigen. Die Gruppe GIARDINO besteht aus rund 1’000 Mitgliedern, zunehmend aus der jüngeren Generation bzw. aktiven Armeeangehörigen und über 8’000 Sympathisanten. GIARDINO will die Milizarmee sowie die Glaubwürdigkeit der Landesverteidigung gemäss den Artikeln 2, 58 und 59 der Bundesverfassung wiederherstellen. Die Konzeption der bewaffneten Neutralität muss wiederhergestellt und gelebt werden. GIARDINO steht ein für eine bestandesstarke, vollständig ausgerüstete und jederzeit kurzfristig mobilisierbare Milizarmee, die auf die gefährlichsten Bedrohungen ausgerichtet ist. Die Gruppe GIARDINO ist politisch und wirtschaftlich vollkommen neutral. Die Gruppe GIARDINO ist ein Verein nach Schweizerischem Recht. Die Mitgliedschaft steht allen Personen offen, welche die Zielsetzungen der Gruppe GIARDINO unterstützen möchten. Der Jahresbeitrag beträgt Fr. 50. Die Mitglieder erhalten ein regelmässig erscheinendes Rundschreiben, das über die sicherheitspolitische​n Aktivitäten der Gruppe GIARDINO informiert. Jeweils im Mai findet die gut besuchte Generalversammlung mit einem hochkarätigen Gast- Referat statt. www.gruppe-giardino.c​h Postfach 7701, 6302 Zug – Spendenkonto: Notenstein La Roche Privatbank AG 9004 St. Gallen IBAN: CH87 0876 5105 9258 6400 0


Kommentare von Lesern zum Artikel

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67%
(6 Stimmen)
Gotthard Frick sagte March 2017

Sehr geehrter Herr Barner,

vielen Dank für Ihre freundlichen Worte.

Sie verwenden gute, überzeugende Argumente in sachlich geführten Debatten über wichtige Themen. Jetzt ist allen alles klar.

Mit freundlichen Grüssen Gotthard Frick


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60%
(5 Stimmen)
Helmut Barner sagte March 2017

GIARDINO, eine Gruppe alternder Männer, alter Männer sogar, die in ihren Erinnerungen schwelgen und von geführten Kriegen schwärmen wie Fischer von ihren gefangenen Riesenforellen. Alte Männer, die nichts mehr erwarten vom Leben und nur hoffen, noch wahrgenommen zu werden.....


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50%
(6 Stimmen)
Alex Müller sagte February 2017

danke für den ausführlichen Artikel. Die Einschätzung der militärische Lage der Schweiz macht hellhörig. Ich habe eine etwas Sicht bekommen, obschon ich den Armeebericht gelesen habe.

Die Erwähnung der Neutralität der Schweiz ist wohl auch in Zukunft wichtig und zwar auch für Europa. So wie der Wienerkongress damals und später Napoleon, die Schweiz in der Mitte als "Puffer" sah, und die Schweiz sich während dem 2.Weltkrieg militärisch rüstete, kann das auch im heutigen Europa ein taktischer Gedanke sein. Dazu müssen wir aber nach aussen auch zeigen können, dass wir unser Land verteidigen wollen und können. Wir sollten auf einen Gesamtverteidigungsst​and nachrüsten, welcher glaubhaft wahrgenommen wird. Die Frage ist dabei nicht - ob es einen Sinn habe, sich z.B. gegen "Russland" stellen zu können - sondern dass wir mitten in Europa eine starke Haltung und einen Wehrwillen haben. Dazu braucht es halt auch Finanzen. Wenn wir schon Waffenindustrie haben, dürften diese auch für uns selber in Anspruch nehmen..




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50%
(8 Stimmen)
Inge Votava sagte February 2017

M.E. ist die Gefahr von Terroranschlägen wesentlich grösser, als die von einer Invasion "feindlicher" Mächte. Ob da die Armee wirklich helfen kann? Und überhaupt, mit wem sind wir eigentlich verfeindet?


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36%
(11 Stimmen)
Bruno Zoller sagte February 2017

In den zwei bisherigen Weltkriegen berief sich die Schweiz auf ihre Neutralität.
Hätte sich die Schweiz im Falle einer Invasion erfolgreich verteidigen können? Wie viele Städte, wie viele Menschenleben hätte dies gekostet?

Im Falle eines weiteren Kriegs tut die Schweiz gut daran, an ihrem Erfolgsrezept (Neutralität) festzuhalten und sich von der Nato und anderen Bündnissen zu distanzieren. Selbst wenn wir aufrüsten, könnten wir uns gegen eine Macht wie Amerika oder Russland verteidigen? Wohl kaum.

Davon abgesehen dass ich einen weiteren Krieg für unwahrscheinlich halte, finde ich das Geschrei nach Aufrüstung absurd und nicht zielführend.


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45%
(11 Stimmen)
Karlos Gutier sagte February 2017

Leider hat Wohlstandsverwahrlosu​ng und der falsche Glaube es gäbe nie mehr Krieg, obwohl 3 unsrer Nachbarländer kriegsführende Staaten sind, unsere Armee finanziell gebodigt.

Es fehlen Mannschaftsbestände, Material und ganz wichtig, bei vielen den Willen unser Land auch in Gefahr zu verteidigen.

Wahrscheinlich wird's wie 1939 sein, dass man die Armee erst in Kriegszeiten aufrüstet, aber ob wir dann die Zeit dazu haben wie beim letzten Krieg ist fraglich. Aber die Menschen erwachen erst in der Gefahr, und so müssen wir hoffen, dass es auch diesmal glimpflich abläuft.


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43%
(14 Stimmen)
Louis Blanchot sagte February 2017

Herr Gotthard Frick, SP

Ich finde es sehr gut und richtig wenn sich die Gruppe GIARDINO sich noch um die Landesverteidigung kümmert, wenn es die Verantwortlichen in Bern gemäss unserer Verfassung auch hierin denn nicht mehr tun. Bei diesem Sachverhalt sind ich - und wohl die grosse Mehrheit der Bürgerinnen & Bürger unseres schönen Landes - Ihnen und der ganzen Gruppe GIARDINO dankbar.

Sie beweisen lobenswerten Mut, da diese Demontierung unserer Milizarmee - vornehmlich von der SP und dem Grünen Lang ja schon zu lange sehr fleissig betreiben. Ich bin absolut kein Militarist, jedoch Frau, Kinder, Grosseltern kurz Bekannte sollte man noch verteidigen können im äussersten Falle, denn dies ist legitime Selbstverteidigung. Dies ist auch eine Art von Fürsorge, ja Liebe. Lang und Konsorten, für mich äusserst kritikwürdig, erreichten mit viel falschem "Fleiss", auch noch mit unseren Steuergeldern (Ex-Nationalrat) bereits dass wir unsere eigenen Häuser und Wohnungen sinngemäss schon nicht mehr abschliessen können & so am nächsten Morgen "unwillkommene Gäste" antreffen in unseren vier Wänden, die einfach unkontrolliert ein marschieren in unsere Sozialkassen. Sie nehmen sich mehr Rechte raus und erhalten sie auch, denn unsere Pensionärinnen & Pensionäre erhalten immer weniger Renten resp. diese erhalten sofort die gleichen Rechte, ohne dass sie zuvor auch 40 lange Arbeitsjahre die erforderlichen Prämien ein bezahlt hätten. Echte Flüchtlinge, an Leib und Leben tatsächlich Betrohte, die sind selbstverständlich jederzeit willkommen, denn die Schweizerinnen & Schweizer sind bekanntlich Weltmeister in Tolerenz und Hilfsbereitschaft.

​Man muss sich bei diesem klaren Sachverhalt einer möglichen Landesverteidigung doch auch noch der Frage stellen: Hat es bereits heute so denn noch Sinn sein Land im äussersten Fall auch militärisch verteidigen zu wollen? 0der warum wandern bereits heute zunehmend Bürgerinnen & Bürger lieber gleich aus? Jüngere sehen bessere Perspektiven, ältere kommen mit ihrer laufend schrumpfenden Renten und zunehmenden Kosten in manch anderen Ländern eh viel besser über die "letzten Runden".

"Das Militär wird immer humaner:
Bald werden die Rekruten später geweckt als die Spitalpatienten."

​Dr. rer. pol. Gerhard Kocher
Schweizer Politologe und Gesundheitsökonom







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43%
(14 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte February 2017

Ich habe im 1982 noch an einem Grossmanöver teilgenommen,da waren tausende von Soldaten aufgeboten,um auf einen Ueberfall mit Bombardierungen,Zerst​örungen der Städte usw.vorbereitet zu sein.Wir von der Sanität mussten in den Luftschutz-Kellern einen Spital einrichten mit der ganz Infrastruktur dazu.
Damals konnte ein Schweizer General bis 700 000 Mann aufbieten zur Landes-Verteidigung.H​eute könnte man das Häuflein Soldaten im Fussball-Stadion von Madrid einquartieren,es käme jeder noch zu einem Sitzplatz!Ich verstehe,dass sich immer mehr Menschen darob Sorgen machen,dass wir einem militärischen Ueberfall eigentlich so gut,wie nichts mehr entgegenstellen könnten.Seit nun der Trump das Sagen hat und dieser Europa aufgefordert hat mehr für die Verteidigung zu tun,wäre es eigentlich an der Zeit,dass auch in diesem Land ein Umdenken stattfinden sollte.Noch schlafen die Herren zu Bern friedlich weiter!..ob es dereinst zu spät sein wird??..ob es sie überhaupt noch interessiert,weil man sich ja der grossen EU anschliessen möchte?..mein Misstrauen ist gross..!..sehr gross..!!!!


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