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Die «Rundschau»-Connectio​n

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„Die «Rund­schau» ko­ope­riert bei Re­cher­chen eng mit Zei­tungs­re­dak­tio­​nen und setzt so Ge­bühren­gel­der für pri­vate Ver­lage frei. Doch die Part­ner der links­grü­nen «Rund­schau» sind aus­sch­liess­lich links­grüne Me­di­en.

Für sogenannt kritische Journalisten war es eine Steilvorlage. Im Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel kam es mitunter zu Tätlichkeiten des Sicherheitsdienstes gegenüber nordafrikanischen Asylbewerbern.

Die «Rundschau» stürzte sich auf den Fall und stellte eine Reporterin wochenlang für die Story frei. Im Mai wurde der Beitrag ausgestrahlt. In der Moderation erfuhr dann das Publikum, dass das Fernsehen einen Partner hatte. Es handle sich um «eine gemeinsame Recherche der ‹Rundschau› und der Wochenzeitung Woz».

Das ist eine seltsame Konstellation. Das öffentlich-rechtliche​ Fernsehen (SRF) betreibt einen hohen journalistischen Aufwand. Dann teilt es seine Befunde mit dem linksten Blatt, das die Schweizer Presse zu bieten hat.

Die «gemeinsame Recherche» mit privaten Medienhäusern ist eine Spezialität der «Rundschau». Alle anderen Sendegefässe, von «Kassensturz» bis «10 vor 10», kennen diese Praxis nicht.

Der Grund sind offensichtlich ideologische Motive. Bei der «Rundschau», die seit Jahren einen Linksdrall hat, gilt ein eisernes Prinzip: Journalistisch kooperiert wird nur mit jenen Redaktionen, die ebenfalls im links-grünen Milieu stehen. Mit bürgerlichen und liberalen Redaktionen gibt es keine Zusammenarbeit.

Zum Thema der Opioid-Schmerzmittel etwa, bei dem man prächtig auf die Pharmaindustrie eindreschen konnte, setzte die «Rundschau» auf eine «gemeinsame Recherche mit dem Online-Magazin Republik». Die Neugründung Republik ist eine Publikation der salon-sozialistischen​ Gesinnungselite.

 

Ta​gelang in den Schlagzeilen

 

Die linke Wochenzeitung als enger SRF-Partner. Die linke Republik als enger SRF-Partner. Man stelle sich einmal vor, die «Rundschau» würde in gleicher Weise mit konservativen Medien zusammenarbeiten, etwa mit der NZZ oder der Weltwoche. Vermutlich würden im Leutschenbach aus Protest Fackelzüge organisiert.

Am intensivsten ist die Allianz von «Rundschau» und Tages-Anzeiger. Die beiden Redaktionen legen häufig ihre Rechercheteams zusammen. Man mag sich, seit die Zeitungsredaktion nach einer gemässigten Zwischenphase wieder stärker ins linkslastige Lager zurückgefunden hat.

Gut funktionierte der Medienverbund etwa beim gemeinsamen «Crypto-Skandal», der ab Februar hochgekocht wurde. Die «Rundschau» setzte drei Redaktionsmitglieder über ein halbes Jahr lang auf die Story an. Sie sollten belegen, dass die Zuger Crypto AG, die im Besitz des deutschen und amerikanischen Geheimdiensts war, über Jahrzehnte manipulierte Chiffriergeräte verkaufte.

Die «Rundschau» belieferte die Polit-Kollegen vom Tages-Anzeiger mit dem Stoff, den sie mit hohen Eigenkosten produziert hatte. Das Blatt ergänzte das TV-Material und hob den case tagelang in die Schlagzeilen. Eine Rechnung der «Rundschau» für die Lieferung wurde nicht gestellt.

Letzte Woche schlug das Duo erneut zu. Die «Rundschau» beschuldigte nun den Schweizer Geheimdienst, via Crypto aktiv und ruchlos Spionage betrieben zu haben. Erneut wanderte der Stoff zum Tages-Anzeiger, der ihn zusätzlich auswalzte.

Unter den beiden Redaktionen hat solche Verbandelung Tradition. «Gemeinsame Recherchen der ‹Rundschau› und des Tages-Anzeigers», wie man auftrumpfte, führten 2017 zur Story über den Bieler Hassprediger Abu Ramadan. 2019 rühmte sich das Tandem für die «Recherchen der ‹Rundschau› und des Tages-Anzeigers», die einen Matratzenfabrikanten mit rechtsextremen Sympathien entlarvten. 2020 dann jubelte man über die «gemeinsame Recherche von ‹Rundschau› und Tages-Anzeiger», die zur Entlassung eines sexuell übergriffigen Freiburger Pfarrers führte.

Die Zusammenarbeit zwischen Gleichgesinnten hat auch Marketing-Gründe. Man spannt zusammen, damit man sich im Markt nicht konkurrenziert und am Schluss gemeinsam «Exklusiv!» rufen kann. Für «Rundschau»-Sendeleit​er Mario Poletti sind die Kooperationen darum «nicht problematisch». Er nennt sie eine «Win-win-Situation».

Die wiederkehrende Entente der rötlichen «Rundschau» mit anderen rötlichen Redaktionen wie Wochenzeitung, Republik und Tages-Anzeiger ist dennoch riskant. Ein öffentlich finanzierter Sender wie das Schweizer Fernsehen muss akribisch auf Unabhängigkeit achten. Sonst untergräbt er seine festgeschriebene Verpflichtung zur politischen Neutralität.

Die «Rundschau»-Connectio​n zu anderen roten Socken der Medienbranche hat hingegen journalistische Schlagseite. Die Recherche-Pools könnte man darum als Verstoss gegen die publizistischen Leitlinien des Schweizer Fernsehens betrachten. Die schreiben Sendeformen vor, «die keine Ideologie, keine Partei oder sonstige Interessengruppe bevorzugen».

Die «Rundschau» hingegen operiert bei ihren Kooperationen mit einer klaren politischen Agenda. Sie kann nur hoffen, dass sie nicht wegen Verletzung ihres publizistischen Kodex belangt wird. Sie käme womöglich in Erklärungsnot.“ (Kurt W. Zimmermann in Weltwoche 27/2020 vom 30.06.2020)


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