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Die Initiative «Pro Service Public» ist kontraproduktiv

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Die In­itia­tive «Pro Ser­vice Pu­blic», über die wir am 5. Juni ab­stim­men wer­den, tönt gut, ist aber kon­tra­pro­duk­tiv. Sie will die schon heute be­schränkte un­ter­neh­me­ri­sche​ Frei­heit u.a. von Post, SBB und Swiss­com wei­ter be­schnei­den. Nicht nur die Lohns­kala würde nach unten an­ge­passt, son­dern Ge­winn ma­chen wäre auch ver­pönt.

Unternehmerischer Handlungsspielraum ist aber dringend nötig, um eine Lohnpolitik zu fahren, die fähige Köpfe anzieht und gute Leistung belohnt. Müsste die ganze Lohnskala nach unten geschraubt werden, wäre nicht nur das Top-Management, sondern Tausende Mitarbeiter betroffen. Tiefere Löhne würden die Arbeitsmotivation schmälern und die Servicequalität reduzieren, womit das Gegenteil von dem erreicht wird, was die Initianten wollten.

 

Eine gute Grundversorgung heisst nicht Bewahrung der Infrastruktur, wie sie vielleicht vor 20 Jahren gewünscht war, sondern gute Servicequalität, die sich laufend sich verändernden Bedürfnissen anpasst. Der von den Initianten als Qualitätsabbau beklagte Abbau von gelben Briefkästen ist ein Zeichen der Zeit: Das Briefvolumen sinkt in der Schweiz stetig. Unsere Bedürfnisse und Ansprüche an die Leistungserbringer des Service Public ändern sich. Deshalb sollten sie auch die Chance haben, sich zu wandeln. Das kostet aber: Mehr Rollmaterial der SBB und Innovationen wie My Post 24 oder selbst erstellbare Briefmarken bei der Post bedingen Investitionen, welche durch Gewinne möglich gemacht werden. Deshalb muss ein Unternehmen Gewinn machen können.

 

Wer mit dem Service nicht glücklich ist, soll zur Konkurrenz gehen. Wettbewerbsdruck ist das beste Mittel gegen mangelhafte Qualität oder überhöhte Preise. Die Lösung ist daher genau das Gegenteil der dirigistischen Initiative: Mehr Wettbewerb. Was im Telekommunikationsmar​kt schon möglich ist, sollte vermehrt auch bei Bahn und Post Anwendung finden.

 

 

Adrian Ineichen

Präsident FDP Dübendorf


Kommentare von Lesern zum Artikel

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45%
(11 Stimmen)
Georg Bender sagte May 2016

Herr Ineichen
Eine Gewinnorientierung ist nicht der Schlüssel für Qualität und Erfolg! Ein Gewinn kann man im Sinne des Geldsystems, nur mit Geldmengenerhöhung oder Sparumlagen realisieren! Der Staat hat im Sinne seiner Gemeinwohlaufgaben die notwendigen Vorkehrungen zu treffen! Die vorhandene Kaufkraft als Parameter!


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33%
(12 Stimmen)
Alex Schneider sagte May 2016

Stehen Post und Swisscom nicht im Wettbewerb? Wettbewerb bei der Bahn? Schauen Sie nach Grossbritannien, was dort der Wettbewerb bei der Bahn gebracht hat! Ist es nicht toll, dass nun noch mehr Postaustragungsautos in der Schweiz herumkurven, dass noch mehr Mobilfunkantennen aufgestellt werden müssen?


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