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Wie sich St.Gallen unnötig aus der Standortgunst kegelt

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Das Re­gio­nal­zen­trum der Ost­schweiz sta­gniert. Die Be­völ­ke­rungs­zah­l​en legen gegen den na­tio­na­len Trend nicht mehr zu. Ta­lente und gute Steu­er­zah­ler dre­hen der Stadt schlei­chend den Rü­cken zu. Ein Schlüs­sel zur Po­si­tio­nie­rung von St.­Gal­len liegt in der bes­se­ren Nut­zung be­reits be­ste­hen­der In­fra­struk­tu­ren im öf­fent­li­chen Ver­kehr. Doch Kan­ton wie Stadt schie­ben sich den Schwar­zen Peter zu, wer an der Lö­sung ar­bei­ten soll.

 

Tür-zu-Tür Zeiten relevant

Bei der Standortwahl spielt die Erschliessungsgüte eine wesentliche Rolle. Die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes vom eigenen Wohnort aus ist elementar bei der Standortwahl. Gerade gut ausgebildete Personen wählen Wohnorte mit besten Verbindungen. Effektive Fahrzeiten von Tür zu Tür, Umsteigehäufigkeiten sowie die Dauer allfälliger Wartezeiten sind für Firmen wie auch Privatpersonen bei ihrer Standortwahl wesentlich. Firmen wollen Talente gewinnen und das beste Einzugsgebiet für ihre Fachkräfte. Talente wünschen sich ein Arbeitsmarktpotential​ mit Zukunftsperspektiven.​

 

Magische Schwelle bei 90 Minuten

Doch gerade diese Tür-zu-Tür Reisezeiten zu den wichtigsten Zentren und Arbeitsplätzen übersteigen von St.Gallen aus bei zu vielen Verbindungen im öffentlichen Verkehr die magische Schwelle von 90 Minuten je Fahrstrecke. Die Gründe sind simpel: Die S-Bahn von St.Gallen ist ein Murks, die städtischen Verkehrsbetriebe fahren unabhängig vom Takt des Fernverkehrs und überbrücken viel zu lange Teilstrecken. Die Vorteile der beschleunigten Anbindung von St.Gallen im Fernverkehr versanden so direkt vor Ort. Das Regionalzentrum St.Gallen kegelt sich trotz bester Infrastruktur und massiven Ausgaben im öffentlichen Verkehr aus der Standortgunst von privaten Investoren, Talenten und innovativen Firmen.

 

Verdrängen und Aussitzen

Aussitzen und beschwichtigen scheint der aktuelle Plan der politisch Verantwortlichen zu sein. "Ausgewogene Lösungen" heisst dies im Fachjargon. Dabei würde ein drittes Gleis zwischen St.Gallen und Gossau das Nadelöhr weiten, damit eine funktionierende S-Bahn auch im wirtschaftlichen Zentrum der Ostschweiz realisiert werden kann. Für die Steigerung der Standortgüte von St.Gallen ist eine rasche Lösung wesentlich. Beim Kanton möchte man weitere 15 Jahre zuwarten. Denn beim Fernverkehrskonzept 2030/35 haben es Stadt wie auch Kanton verschlafen, rechtzeitig für eine Priorisierung zu lobbyieren. Die Studie, was ein solches Gleis kosten würde, wurde nicht einmal erstellt. Anstatt den schwarzen Peter zwischen Stadt, Kanton und SBB hin und her zu schieben, ist es an der Zeit, diese Hausaufgabe zu machen und die Fehlplanung rasch zu korrigieren.

 

https:​//www.dieostschweiz.c​h/artikel/wie-sich-st​gallen-unnoetig-aus-d​er-standortgunst-kege​lt-1pQYq7K


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