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Schweizer können nun Steuern mit Bitcoin zahlen

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In Zug hält die Kryp­towährung Ein­zug. Der Kan­ton be­wil­ligt die Zah­lung von Steu­ern mit Bit­coins oder Ethereums. Der für seine tie­fen Steu­er­sätze be­kannte Kan­ton macht sei­nem Namen als „­Crypto Val­ley“ alle Eh­ren. Denn seit An­fang 2021 kön­nen Bür­ger und Fir­men die Steu­ern mit Ether oder Bit­coin be­zah­len. Der Höchst­be­trag dazu liegt bei 100.000 Fran­ken. Die Zuger Fi­nanz­behörde be­ab­sich­tigt mit die­sem Schritt, die Kryp­towährun­gen und deren Ein­satz im All­tag zu för­dern und ver­ein­fa­chen. Den In­ter­es­sen­ten wird ein dafür benötig­ter QR-­Code per Mail zu­ge­stellt. Die Zah­lun­gen wer­den im An­schluss in die Schwei­zer Lan­des­währung um­ge­wan­delt. Zu­stän­dig hier­für ist das re­gio­nale Dienst­leis­tungs­un­​​ter­neh­men „­Bit­coin Suisse“.

Die Be­reit­schaft der kan­to­na­len Behör­den, sich für die Kryp­to-Welt zu öff­nen, hat einen re­gel­rech­ten Nie­der­las­sungs­boo​​m im zen­tral­schwei­zer Kan­ton aus­gelöst, der sich 2014 be­reits ab­zeich­ne­te, als sich der Er­fin­der der Kryp­towährung Ethe­reum, Vi­ta­lik Bute­rin dort nie­der ließ. ­Dies löste damals einen regelrechten Kryptokaufboom aus im Kanton, viele Privatinvestoren wollten Ethereum kaufen. We­gen des li­be­ra­len Re­gu­lie­rungs­an­sa​​t­zes war es den Fir­men­spit­zen ein Leich­tes, ihre Ka­pi­tal­be­schaf­fu​​ng zu för­dern und somit zig Mil­lio­nen Dol­lar ein­zu­sam­meln, um ihre Ge­schäftspläne zu be­strei­ten. Ei­nige schei­ter­ten je­doch mit Fehl­käu­fen vir­tu­el­ler Gut­schei­ne, so­ge­nann­ter To­ken, aus Man­gel an trag­fähi­gen Block­chain-­Ge­schäf​​ts­mo­del­len. An­dere wie­derum fie­len Be­trü­gern zum Opfer.

Dank einer ver­schärf­ten Re­gu­lie­rung im Ka­pi­tal­be­schaf­fu​​ngs­sek­tor und der fäl­li­gen Markt­be­rei­ni­gung vor drei Jah­ren, sind neue Fir­men­grün­der ins Land ge­kom­men; Ten­denz stei­gend. Da­durch ist die Zahl der Fir­men, die sich in der Schweiz und im Nach­bar­land Lich­ten­stein mit der Block­chain-­Tech­no­​​lo­gie aus­ein­an­der­set­ze​​n, im ers­ten Halb­jahr um 77 auf ins­ge­samt 919 ge­stie­gen. Die 50 führen­den Un­ter­neh­men brach­ten ihre Markt­ka­pi­ta­li­sie​​­rung zur Jah­res­halb­zeit 2020 auf 36 Mil­li­ar­den Dol­lar. Die um­satz­stärkste Firma war dabei Ethe­re­um. Ob­wohl der­einst das World Wide Web im For­schungs­zen­trum Cern in Genf ent­stan­den ist, ist die Schweiz in der Hand­ha­bung mit neu­ent­wi­ckel­ten Tech­no­lo­gien nicht der­art auf­ge­schlos­sen, wie im Crypto Valley.

Im Herbst des ver­gan­ge­nen Jah­res stimm­ten die Par­la­men­ta­rier in Bern einer An­pas­sung des Bun­des­rechts­be­sch​​lus­ses an Ent­wick­lun­gen der Tech­nik für elek­tro­nisch ver­teilte Re­gis­ter zu. Damit fal­len et­li­che recht­li­che Hin­der­nisse für Nut­zun­gen der Dis­tri­bu­te­d-Led­g​​er-­Tech­no­logy (DLT) weg. Diese er­mög­licht eine elek­tro­ni­sche Buch­führung und Da­ten­ver­wal­tung mit Nut­zern, sowie einen di­rek­ten Trans­fer von Wert­be­trä­gen in­ner­halb des DL­T-­Netz­werks mög­lich. Eine Bank als zen­trale In­sti­tu­tion braucht es dabei nicht. Mit die­ser Kon­ven­tion be­sitzt die Schweiz die in­no­va­tivste Block­chain-Re­gu­lie​​­rung der Welt.


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