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Jeder Land muss für sich selber verantwortlich sein

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Jedes Land, auch die Schweiz, muss für sich sel­ber ver­ant­wort­lich sein!

In der BAZ hat sich ein Leser gegen die Meinung des Afrika-Kenners Stephen Smith gewandt. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie im Twitterzeitalter etwas ausführliche Texte nicht mehr richtig gelesen werden. Dieser hatte am 9.07 in der BAZ geschrieben: „Selbst wenn sich alle in Afrika per sofort für Familienplanung entscheiden würden und maximal 2 Kinder hätten, würde sich an der Prognose für 2050 nichts ändern“. Sprach er sich damit gegen die Familienplanung aus, wie das im Einspruch unterstellt wird? Nein, er wollte nur zeigen, wie katastrophal die Lage wirklich ist, weil selbst die Utopie einer sofortigen Reduktion der Anzahl Neugeborener pro Familie nichts Wesentliches am Wachstum der Bevölkerung Afrikas ändern würde.

Einige Zahlen sollen zeigen, wie gigantisch allein das Problem, des weltweiten Bevölkerungs-wachstum​s ist. Heute umfasst die Weltbevölkerung ca. 7‘600 Millionen (Mio.) Menschen. Davon sterben jährlich 55 Mio. In dieser Zahl sind die Mio. von Kindern und Erwachsenen, die jährlich verhungern, schon eingerechnet. Teilen wir 7600 Mio. durch 55 Mio. ergibt das 138. Werden wir im Durchschnitt 138 Jahre alt? Laut Weltgesundheitsorgani​sation betrug die Lebenserwartung der Weltbevölkerung im Jahr 2016 durchschnittlich 72 Jahre. Teilt man 7600 Mio. durch die durch-schnittliche Lebenserwartung von 72, so müssten jährlich 105 Mio. Menschen sterben. Warum sterben aber nur 55 Mio.? Weil der grösste Teil der Weltbevölkerung so jung ist. Bei uns in der Schweiz beträgt das Durchschnittsalter 42 Jahre, in Deutschland 46.5. Wir haben nur noch wenige Kinder. In Niger beträgt das Durchschnittsalter der Bevölkerung 15.1 Jahre, in Tanzania 17.4, in Afghanistan 18,1, in Chile 19,9 . Das Durchschnittsalter der 1335 Mio. Inder beträgt rund 27 Jahre. In zahlreichen Ländern ist fast die Hälfte der Bevölkerung noch nicht einmal 15 Jahr alt. Deshalb wird ohne eine weltweite Katastrophe das Bevölkerungswachstum noch lange weitergehen, wenn auch mit der Zeit wahrscheinlich etwas schwächer.

Gegenwärti​g werden jährlich 138 Mio. Kinder, Buschis, geboren. Davon ersetzen 55 Mio. die im gleichen Zeitraum gestorbenen Menschen. Die verbleibende Differenz von 83 Mio. Neugeborenen, also Buschis, ist der Grund für das jährliche Wachstum der Weltbevölkerung um ebenfalls 83 Mio. Das entspricht der Bevölkerung Deutschlands. Nehmen wir an, im Durschnitt dauere es 22 Jahre bis ein Kind das 6. Lebens-jahr erreiche und dann noch 16 Jahre lang eine umfassende Schul- und Berufsbil-dung absolviere. Was bräuchten diese 83 Mio. Buschis zusätzlich zu dem was auf der Welt bereits vorhandenen ist?

Für diesen einen Jahrgang von 83 Millionen bräuchte es ab deren Geburt während 22 Jahren, zusätzliches Essen, Wasser, Kleider, Unterkunft, Spitäler, etwas später Schulräume, Lehr- und Hilfskräfte, Ausrüstung, Bücher, Material, Wertstätten, Uni-versitäten, Dozenten. Diese Anforderung beträgt für diesen einzigen zusätzlichen Jahrgang 2018 1826 Millionen Menschenjahre zusätzlicher Bedürfnisse. Wenn der Jahrgang 23 Jahre alt wird ginge es ähnlich weiter, denn sie bräuchten dann ja 83 Mio. Stellen, Unterkünfte, ein Verkehrsnetz etc. und auch noch das meiste was sie schon vorher gebraucht hätten (Essen, Wasser etc.). Aber schon im nächsten Jahr, 2019, kommen wieder 83 Mio. zusätzliche Menschen, d.h. Neugeborene, dazu, die zusätzliche Bedürfnisse im oben dargestellten Umfang haben. Im übernächsten Jahr, 2020, geht es genau so weiter. Also wieder 83 Mio. zusätzlicher Buschis mit ihren zusätzlichen Bedürfnissen. Aber nicht vergessen: Allein von 2018-2020 werden auch noch 165 Mio. Buschis geboren, die nur die im gleichen Zeitraum gestorbene Menschen ersetzen und nicht zum Bevölkerungswachstum beitragen. Schon heute können die Bedürfnisse vieler Mio. Kleinkinder aus dieser Gruppe nicht befriedigt werden. Am Ende von 2020, nur drei Jahre nach Beginn des Beispiels, ist die Weltbevölkerung auch noch zusätzlich um die Gruppe von 249 Mio. Kleinkinder, vom Neugeborenen bis zum Dreijährigen, gewachsen. Über den betrachteten Zeitraum von 22 Jahren, bis die im Jahr 2018 geborenen 83 Mio. Buschis im Jahr 2040 für das Berufsleben bereit wären, also ab 2018 bis 2040, (so sie überhaupt alle eine Ausbil-dung hätten), werden insgesamt 1826 Mio. zusätzliche Buschis zur Weltbevölkerung stossen und jedes bringt die oben genannten zusätzlichen Bedürfnissen mit. Die Quellen (UNO- und Spezialinstitute) stimmen bei diesen Zahlen begreiflicherweise nicht punktgenau überein und das Bevölkerungswachstum wird in Zukunft wahrscheinlich auch noch etwas abnehmen, obschon es weit weniger abnimmt, als von den „Experten“ vorausgesagt. Aber das ändert nichts an der gigantischen Grösse dieses Problems unter vielen.

Der Westen muss endlich seine weltweite Einmischung über Kriege, Bombenkam-pagnen, Geheimdienstoperation​en, wirtschaftliche Beherrschung und Sanktionen, Entwicklungshilfe, Anlocken der am besten ausgebildeten BürgerInnen aus den ärmsten Ländern usw. einstellen und versuchen, mit den anderen bedeutenden Mächten eine haltbare Friedensordnung aufzubauen. In dieser muss jedes Land seine Probleme selber lösen, muss dafür sorgen, dass es für seine Einwohner die Sicherheit garantieren und das langfristige Überleben des Staates und ein einiger-massen gutes Leben sicherstellen kann. China, Singapur und einige andere Länder haben in unserer heutigen Epoche bewiesen, dass das möglich ist. Unsere Vorfahren haben das in früheren Zeiten bei uns getan. Dagegen erkennt unsere heutige, im weltweit einmaligen Luxusleben versunkene Generation nicht mehr, dass die Erde kein lieber Planet ist, und was es bräuchte, damit es die Schweiz auch in hunderten von Jahren noch gibt.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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25%
(8 Stimmen)
Hans Knall sagte Vor 15 Tagen

Emmanuel Macron, französischer Staatspräsident, hat keine Kinder. Angela Merkel, Bundeskanzlerin, hat keine Kinder. Theresa May, Premierministerin Grossbritanniens, hat keine Kinder. Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande, hat keine Kinder. Stefan Löfven, Ministerpräsident Schwedens, hat keine Kinder. Xavier Bettel, Premierminister Luxemburgs, hat keine Kinder und ist mit einem Mann verehiratet. Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommision, hat keine Kinder. Nicola Sturgeon, Premierministerin von Schottland, hat keine Kinder. Simonetta Sommaruga, Schweizer Bundesrätin, zuständig für Asyl und Migration, hat keine Kinder.

Der Kontinent der Aussterbenden wird regiert von Zukunftslosen. Deswegen ist ihnen auch egal, wer hier einwandert.
Es gibt noch solche die sich wehren. Sie sind alle als Rassisten verschrien.

Andrze​i Duda, Präsident Polens, ist Vater eines Kindes. Beata Szydlo, Ministerpräsidentin Polens, hat zwei Kinder. Milos Zeman, Präsident Tschechiens, hat zwei Kinder. Bohuslav Sobotka, Ministerpräsident Tschechiens, hat zwei Kinder. Matteo Salvini, starker Mann Italiens, hat zwei Kinder Janos Ader, Präsident Ungarns, hat vier Kinder. Viktor Orban, Ministerpräsident Ungarns, hat fünf Kinder. Christoph Blocher, Einwanderungsbegrenzu​ngs-Schwergewicht, hat vier Kinder.

Ich habe auch vier Kinder...


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77%
(13 Stimmen)
jan eberhart sagte July 2018

Solange es Möchtegern-Caesaren gibt, die meinen, andere beherschen zu müssen, wird das ein frommer Wunsch bleiben.

Was hat die Famlienplanung in China und Indien gebracht? Heute gibt es viel mehr Männer als Frauen, weil Jungen vor Mädchen bevorzugt wurden. Das füht zu sozialen Unfrieden und männlichen Ausschussmaterial, das keine Frauen findet. Diese Männer sind ein potenzieller Gefahrenherd für die Gesellschaft.

Im übrigen wird die künstliche Befruchtung immer besser und man könnte auf die althergebrachte Fortpflanzung schon heute verzichten.


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92%
(12 Stimmen)
Alex Müller sagte July 2018

anke für das Thema Herr Frick. Die demografische Entwicklung der Erdbevölkerung ist eine fliessender Prozess. Die Berechnungen, und Prognosen haben ein wissenschaftliches Niveau. Trotzdem sehe ich, dass Veränderungen auch durch ganz andere Faktoren entstehen könnten. Ich denke da an einen heftigen Vulkanausbruch, der eine "kleine Eiszeit" auslösen und die Vegetationszeit so verkürzen könnte, dass es zu grossen Hungerproblemen kommt. Oder es wird ein Weltkrieg zwischen den "Grossen" ausgelöst, der zu grossen Zerstörungen mit vielen Toten führen kann. Dann könnte es auch in Friedenszeiten zu einer grossen Epidemie kommen. Novartis hat sich eben gerade diese Woche von der Herstellung und Forschung auf dem Gebiet der Desinfektionsmittel verabschiedet. (Weil kuzzeitig eingesetzte Medikamente sich nicht "lohnen". Und das nur um 140 Stellen zu sparen. Und wer macht jetzt diese Forschung? (Denken die Novartisaktionäre , sie würden nie von resistenten Bakterien heimgesucht? )



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