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Genetische Untersuchung am Menschen (GUMG)

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Heute wird im Na­tio­nal­rat über das Ge­setz Ge­ne­ti­sche Un­ter­su­chung am Men­schen (GUMG) be­ra­ten.

Mit der Streichung von Art. 43, Abs. 1 d und e würden Kinder vermehrt vorgeburtlich vernichtet oder die Hürden bei Versicherungen (Lebensversicherung, IV etc.) und bei Arbeitsgebern aufgrund genetischer Vorselektion höher angesetzt werden. Das ist diskriminierend und menschlich verwerflich. Mit der Annahme dieser Vorlage bzw. Streichung von Art. 43 Abs. 1 d und e würde der verdeckten Euthanasie zugestimmt werden. 

Wenn wir Menschen zu Gunsten der Profitmaximierung bereit sind, menschliches Erbgut zu selektieren wie Kartoffeln auf dem Feld, dann werden wir nicht nur zu Menschenmördern, sondern wir berauben uns selbst der wichtigsten menschlichen Fähigkeit - der Empathie. 

Wer Kinder hat oder sich welche wünscht, würde sicher verstehen, dass das Glücksgefühl der Liebe und der Fürsorge viel stärker und subjektiv gefühlt viel wertvoller ist, als ein kalter und herzloser Perfektionsanspruch.

Abtreibung ist eine subtile Form der Selbstvernichtung und die Vulnerabilität bzw. deren psychischen Konsequenzen können auch bei perfekt normierten Menschen zu einer Invalidität führen.

In diesem Sinne hoffe ich heute auf eine Herzenswärme im Bundeshaus.

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(4 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte March 2018

Alles, sogar das menschliche Leben, es wird doch immer mehr alleine von finanziellen Gesichtspunkten aus bestimmt. Wird Menschlichkeit, eine Verhinderung von Leid denn so nicht eben nur vorgetäuscht?.

Eut​hanasie im Dritten Reich

"125 Mark sind die Ausgaben für ein gesundes deutsches Schulkind. Um wie viel Prozent teuerer kommt dem deutschen Volk ein Geisteskranker oder Krüppel?" Genau so lautete eine Rechenaufgabe in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Nazis verfolgten und ermordeten Kranke und Menschen mit Behinderung ebenso wie Juden und andere Gruppen. Sie hielten sie für "lebensunwertes Leben", für "Parasiten am deutschen Volkskörper". Daher planten sie ihre schrittweise Ermordung. Mehr als 100.000 Menschen fielen den Euthanasieprogrammen zum Opfer. Die Nazis fanden unterschiedliche Rechtfertigungen für die Massenmorde.

Hitle​r selbst gab dann das Ermordungsprogramm in Auftrag. Die Nazis bezeichneten es auch als Euthanasie - eine zynische Entfremdung des Wortes, das eigentlich einen leichten und schönen Tod meint wie die Sterbehilfe. Das Programm lief unter dem Decknamen "Aktion T4", es steht für die Tiergartenstrasse 4 in Berlin. Hier befand sich der Hauptsitz der Aktion. Ihr Leiter war der Chef der "Kanzlei des Führers", Philipp Bouhler. Gemeinsam mit Ärzten, Pflegern und anderen setzte er die Tötung von mehreren Tausend Kranken und Menschen mit Behinderung um. Das Vorgehen war genau organisiert: Schon 1939 versandten Mitarbeiter der Reichsarbeitsgemeinsc​haft Heil- und Pflegeanstalten Meldebogen an alle infrage kommenden Pflegeheime und Anstalten im Deutschen Reich.

Für jeden Patient musste ein Meldebogen ausgefüllt werden. Erfasst wurden dabei die Krankengeschichte, die Aufenthaltsdauer, die Arbeitsfähigkeit und die Heilungsaussichten. Das eigentliche Ziel der Befragung war den angeschriebenen Anstalten nicht bekannt. Anhand der Meldebögen entschieden dann die Gutachter in Berlin, ob die Betroffenen zu leben oder zu sterben hatten. Fiel die Entscheidung auf Tod, lieferte die Gemeinnützige Krankentransportgesel​lschaft sie in spezielle Tötungsanstalten ein. Dort erwartete die Patienten der Tod durch Vergasung oder Giftspritze.

Schlu​ssfolgerungen:

1. Geschehen denn die Tötungen in unserer ach so "bewundernswerten" Profitgesellschaft - eine mit doch so vielen "Menschenrechten" gesegnete Gesellschaft - nicht einfach bereits analog schon pränatal?. Ist dies denn weniger verwerflich, denn das Resultat ist doch genau dasselbe?.

2. Denn ist dies nicht ebenso eine Vorselektion Dritter über lebenswert oder eben nicht lebenswertes Leben?.

3. Und ist - Hand aufs Herz - für jeden noch eigenständigen, denkfähigen Menschen doch gut erkennbar, wie zu Beginn schon erwähnt, der Grund denn nicht wieder nur ein finanzieller?.

4. Und ist dies denn schlussendlich nicht wiederum der offensichtliche Tanz um das "goldene Kalb", also eine klare Ausgeburt des Bösen, geleitet nach einem satanischem Prinzip?.



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57%
(7 Stimmen)
Hans Knall sagte March 2018

Man könnte doch einfach festlegen, dass jegliche Resultate von Genuntersuchungen zwingend den Versicherungen gemeldet werden müssen. Wer also wissen will, ob er besondere „Risiken“ trägt, muss auch einverstanden sein, für durch die Untersuchungen zusätzlich bekannt werdende Wahrscheinlichkeiten von Krankheitsausbrüchen entsprechend höhere Prämien zu bezahlen. Und Abtreibungen ohne medizinische Indikation nach Gentests dürften nicht bezahlt werden.

Am Wichtigsten ist aber, dass nicht nach einer gewissen Zeit die Versicherungen die Kompetenz erhalten, Gentests anzuordnen. Auch Rabatte bei „guten Resultaten“ als Anreizsystem für Gentests müssten verboten werden.


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17%
(6 Stimmen)
jan eberhart sagte March 2018

Die Büchse der Pandora ist geöffnet und bereits heute kann man nach Augenfarbe selektieren.

Wieso​ sollen Versicherungen keinen Zugriff auf die DNA haben, um das Risiko auf Krebs zu untersuchen?

Wer weiss schon, wie dies in 5,10, 20 oder 50 Jahren gesehen wird.




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83%
(6 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte March 2018

"In einer „nicht allzu weit entfernten Zukunft“ ist die technische Entwicklung so weit fortgeschritten, dass man im menschlichen Erbgut wie in einem Buch lesen und Veranlagungen für alle erdenklichen Krankheiten, für geistige und physische Fähigkeiten sowie die durchschnittliche Lebenserwartung daraus ermitteln kann. Bei der Geburt des Protagonisten Vincent Freeman liest die Krankenschwester nach einem sofort durchgeführten Bluttest vor, welche gesundheitlichen Risiken ihn in seinem Leben erwarten - unter anderem ein schwaches Herz und eine niedrige Lebenserwartung.

E​s gibt aber auch die Möglichkeit, durch In-Vitro-Zeugung und mittels Gentechnik einen gesunden Embryo auszuwählen.

Vince​nt ist einer der natürlich Gezeugten, die in der Bevölkerung euphemistisch Gotteskinder, offiziell aber invalid genannt werden; im Gegensatz zu ihrer Bezeichnung bilden die Gotteskinder die Unterschicht. Anders als bei seinem jüngeren Bruder Anton hatten sich seine Eltern bei Vincent entschieden, ihn nicht genetisch selektieren zu lassen, obgleich dies längst Routine war. Aber Verboten zum Trotz führen Unternehmen bei Bewerbungen Gentests durch, oft ohne das Wissen der Bewerber, und bevorzugen genetisch einwandfreie Exemplare. So bleiben den Invaliden meist nur zweitrangige Tätigkeiten."

Gatt​aca US1998
„Ein elegisch erzählter Science-Fiction-Thril​ler als anklagende Parabel über die die Menschlichkeit zerstörende Gen-Manipulation. In verstörend schönen Bildern spannend erzählt, konzentriert sich der Film ganz auf die zutiefst menschliche Botschaft und die ausdrucksstarken Charaktere.“

– Lexikon des internationalen Films




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100%
(6 Stimmen)
Emil Huber sagte February 2018

Ich stimme Frau Bloch 100% zu.
Man muss sich fragen, wozu wir noch Versicherungen haben, wenn diese von vorneherein möglichst alle Risiken ausschliessen wollen. Nur des Profit wegen.
Versicherunge​n sollten ja gerade die Risiken abdecken, dazu sind sie ja da, wozu denn sonst?

Und es kommt dann noch so weit, dass Arbeitgeber durch Gentests das Ausfallrisiko ihrer Mitarbeiter abschätzen wollen. Dann landen noch mehr Leute bei IV & Sozialamt und man kann kräftig über die Kosten klagen.

Was Gentests allgemein anbelangt sollte man vielleicht mal das Buch "intelligente Zellen" von Bruce Lipton (US-amerikanischer Entwicklungsbiologe und Stammzellforscher) zu Gemüte führen. Er sieht die Gene nur als Blaupause, ein Entwurf sozusagen, wo keineswegs gesagt ist, dass diese Entwürfe überhaupt je zum Einsatz kommen, da auch die Umgebung wichtig ist.
Der krasseste Fall war ja Angelina Jolie, welche sich wegen einem Gentest beide Brüste amputieren liess.
Man könnte das ausdehnen z.B bei Gefahr von Hirntumor Gehirn amputieren... usw.
Man kann sich nur ausmalen, wo so etwas hinführt.

Interess​ant auch was Alternativmediziner Rene Gräber dazu schreibt:

https://​renegraeber.de/blog/k​rankheiten-genetisch-​bedingt/#more-903



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44%
(9 Stimmen)
Ernst Jacob sagte February 2018

> In diesem Sinne hoffe ich heute auf eine Herzenswärme im Bundeshaus.

Ich bin zu Tränen gerührt. Herzenswärme, Glücksgefühle, Fürsorge, und das in einem Land, wo die Mehrheit aller Kinder bereits als Halbwaisen aufwachsen muss, weil ihre Erzeuger|innen nicht einmal dazu fähig sind, ihre Verantwortung als Eltern wahrzunehmen.

Aber​​ vielleicht wird es die genetische Selektion einmal schaffen, zumindest die angeborenen Eigenschaften so zu verändern, dass nicht Behinderungen und andere Programmierfehler noch zusätzlich dazu beitragen, diesen Kindern ihre Zukunft zu versauen. Es reicht doch wirklich, als Halbwaise aufwachsen zu müssen, und umgeben von Krieg und Hass im eigenen Umfeld, wo Herzenswärme, Glücksgefühle, und Fürsorge doch noch im besten Fall noch auf den Bildschirmen erscheinen.

Es wäre daher besser, etwas weniger zu hoffen, und etwas mehr der gelebten Realität ins Auge zu schauen. Es wäre wenigstens ehrlicher, als nur schöne Worte, ohne Sinn und Zweck.


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100%
(9 Stimmen)
Alex Müller sagte February 2018




Immerhin, hierzulande darf dieses Thema öffentlich im Nationalrat diskutiert werden. Und man hofft natürlich, dass diese Vorlage, von den Ratsmitgliedern vorher auch gut studiert worden ist..
Sie haben recht, es ist mir auch etwas unheimlich dabei, wenn nicht mehr der Mensch als ganzes Wesen sondern nur noch der Menschliche Körper mit seinen "Zellen" als Ressource betrachtet wird.
Die medizinische Forschung ist wichtig. Aber die Vorstellung, dass man Menschen, einst wie Schafe oder Pflanzen "verändern" könnte, um einen bestimmte "Merkmale" zu produzieren, macht schon hellhörig.



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