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Das „Fehlkonstrukt“ No-Billag wird zum Rohrkrepierer

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Ab 5. bis spätes­tens 10. Fe­bruar 2018 erhalten die Stimmberechtigten ihr Stim­mun­ter­la­gen für den Ur­nen­gang vom 4. März 2018. Es bleibt zu hof­fen, dass bis dann eine klare Mehr­heit der Stimm­wil­li­gen sich be­wusst wird, wel­che Fol­gen die An­nahme der un­se­li­gen "An­ti-SR­G-I­ni­tia­​​​​​ti­ve" unter dem ver­füh­re­ri­schen Namen "No Bil­lag" für die Schweiz haben könn­te.

Die verantwortungsbewusst​​​​​en Staatsbürgerinnen und -Bürger können und werden die No-Billag Initiative u.a. aus folgenden Gründen ablehnen:


1. Die SRG als Garant umfassender qualitativer Angebote für alle Bevölkerungsschichten​​​​​ würde grobfahrlässig gegroundet

An dieser Abstimmung geht es nur vordergründig um die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Hauptziel der Initianten ist die "Zerstörung von SRG", welche von Anbeginn ihrer Geshichte einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt in allen Landesteilen und Bevöllkerungskreisen geleistet hat.

Hätten die initianten wirlich eine andere Form der Finanzierung gewünscht, wäre es ja mit gutem Willen möglich gewesen, eine entsprechende Initiative auszuformulieren. Dass sie nun mit der Abrissbirne eine altbewährte und allseist beliebte Insituation wie die SRG mittels Entzug von 75% der Einnahmen massiv schwächen wollen, sagt einiges über die wahren Absichten der Initianten aus.

2. Die Schweizerinnen und Schweizer wollen keine polnischen, ungarischen, italienischen oder weiteren aktuell und historisch bekannten Verhältnisse

Ein rein gewinnorientiertes Fernsehen bzw. Radio könnte niemals bezüglich Angebotspalette und journalistischer Qualität SRG ersetzen. Pay-TV und Dauerbewerbung wären u.a. die Folge. Die Sendevielfalt aus und für alle Landesteile könnten u.a. nicht geboten werden.

3. Es geht nicht um die Programme, ob die dem Einzelnen persönlich gefallen oder nicht

Unsere Demokratie braucht unabhängige Medien, welche als 4. Gewalt unumgänglich sind. SRG bietet ein breites kulturelles Angebot, welches für unzählige Radio- und TV-Konsumenten und damit Bewohnerinnen und Bewohnern unseres Landes Heimat bedeutet.

Tragen wir also Sorge zur Unabhängigkeit des Schweizerischsten Radio und Fernsehens, welches publizistische Qualität und einmalige Programmvielfalt bietet, aber auch den durch die Gebühren mitunterstützten 13 lokalen TV-Stationen und den 22 Lokalradios.

Beat Murer

Anmerkung:

Nur 33 Mitglieder des Nationalrates haben einer Abschaffung der Billiag zugestimmt, davon 32 SVP-NR. Nicht einmal bei dieser Partei gab es somit eine Mehrheit, obwohl aus deren Kreisen am lautesten gegen SRF Stimmung gemacht wird.

Im Ständerat war eine Abstimmung nicht nötig, da im Rat Einigkeit herrschte. "Die Annahme der Initiative würde das Funktionieren der Demokratie gefährden", lautete der Tenor.


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