Gesellschaft > Gleichstellung, Diskriminierung, Minderheiten,

Arbeitnehmer/Innen ab 45 einfach "entsorgt"

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Die Ar­beits­ver­hält­nis​​se in der Schweiz neh­men immer mehr die bru­tals­ten US-A­me­ri­ka­ni­sche​​ Ge­pflo­gen­hei­ten an, nur für Ar­beit­neh­me­rin­ne​​n und Ar­beit­neh­mer, heute ja be­reits ab 45 Jah­ren ver­steht sich. 40 bis 45 Jahre ge­ar­bei­tet, dann ohne Vor­ankün­di­gung ent­sorgt, er­lei­den sie ein grau­sa­mes, si­cher nicht ver­dien­tes Schick­sal. Und nicht ein­mal nur fi­nan­zi­ell. So be­han­delt man ein­fach keine Men­schen, wel­che ihr gan­zes Leben lang ge­ar­bei­tet ha­ben. Eine Schande für unser Land. Es gibt Migration und Migration, z.B. die Hugenotten aus Frankreich - die gleiche abendländische Kultur wie wir. Diese brachten Gewerbe, Industrie, Arbeitsplätze und somit Wohlstand i.d. Schweiz. Heute haben wir leider eine Einbahnstrasse in die umgekehrte Richtung.

 

Drei solcher Schicksale, wo man erfahren kann resp. muss, wie dies im Film zu sehen und zu hören ist. Eine 48-jährige Frau schreibt über 400 Bewerbungen und findet keine Anstellung mehr in der Schweiz. Zwischenzeitlich ist sie ausgewandert in das arabische Dubai, arbeitete für einen Hungerlohn und kam bald wieder zurück. Diese Menschen müssen alles was sie besitzen erst aufbrauchen, bis sie dann völlig mittellos vielleicht noch etwas Sozialhilfegelder bekommen, wenn sie sich denn überhaupt diese Schmach noch antun wollen. Psychisch geht es vielen sehr schlecht, Statistiken wie viele sich das Leben nehmen, sind (noch) keine zu finden. Ja die Personenfreizügigkeit​​ treibt hier die übelsten Blüten im Geheimen, still und leise. Und in 1-2 Jahrzehnten wird es wohl allgemein nicht mehr viel in den Sozialkassen übrig haben, weil immer mehr Sozialhilfebezüger aus "humanitären" Gründen in die Sozialkassen "importiert" werden, die z.T. ein Leben lang davon dann abhängig bleiben.

 

Die drei Beispiele finde ich erschütternd und sollte uns alle jetzt zum Nachdenken bringen, in was für einer Schweiz wir heute leben. Die drei Schicksale erschütternd, daher sehenswert. Sicher aber nicht empfehlenswert den Jungen Menschen unter 18 Jahren, denn dies alles könnte ihnen die Zuversicht in ihr Berufsschicksal und in ihr zukünftiges Leben in der Schweiz schwer beschädigen. Es soll auch ein Weckruf sein für uns ALLE, sich sozialpolitisch mehr zu engagieren, und wenn es nur darum geht, sich einmal gründlich zu überlegen, welche Politik man jetzt umgehend und in Zukunft noch unterstützen kann & will, und welche nicht mehr.

 

https://www.s​​rf.ch/play/tv/popupv​i​deoplayer?id=3159b4​0b​-c5d6-4be3-8556-6c​622​f142fe9&startTime​=751​.076

 

 

Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus.

Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus.

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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90%
(10 Stimmen)
beb rofa sagte Vor 18 Tagen

Herr Hottinger, es ist mir nicht ganz klar, geht es Ihnen um die Personenfreizügigkeit​ oder geht es Ihnen um eine Wirtschaft mit menschenwürdigen Arbeitsplätzen?
Wenn​ wir verhindern wollen, dass der Sozialstaat weiter ausgebaut wird, müssen wir wohl oder übel über die Grundsatzfrage nachdenken: Ist die Wirtschaft für die Menschen da, oder dIe Menschen für die Wirtschaft?
Es zeichnet sich offensichtlich immer mehr ab, dass die Bevölkerung nur dazu da ist, die Gewinne zu optiemieren. Das hat nichts mit der Personenfreizügigkeit​ zu tun, eher mit der Zuwanderung von ausländischen CEOs und Firmenchefs. Dies können auch ohne Personenfreizügikeit unghindert einreisen, dafür sorgen die wirtschaftfreundliche​n bürgerlichen Politiker.
Ich hatte das Glück fast nur Arbeitgeber zu haben, bei denen leistungsschwächere Mitarbeiter (auch Drogen- und Alkoholabhängige und Behinderte) einen Arbeitsplatz hatten. In einem Team war das nie leistungsschwächend. Solche Firmen werden immer seltener. Der Fisch fängt bekanntlich im Kopf an zu stinken. Das Problem fängt bei unseren Elite-, Witschaft- und Managerschulen an.


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60%
(10 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte Vor 20 Tagen



Gilbert Hottinger sagte gerade eben

Die Arbeitsmöglichkeiten sind für über 45-jährige Arbeitnehmer/Innen enorm schwierig geworden. Einerseits arbeiten Leute aus dem EU-Raum für 1/3 bis 1/2 eines üblichen Schweizer Lohnes. Unten streichen und die Millionensaläire oben weiter aufstocken bis zum geht nicht mehr, ja das ist nach wie vor "INN". Die NICHT verwirklichte, aber vom Stimmvolk abgesegnete "Minder-Volks-Initiat​​ive" grüsst mit grosser Enttäuschung. Die Millionen-Boni werden weiter bezahlt, einfach unter einem anderen "Begriff". Da nützt die direkte Demokratie wiederum rein gar nichts, wie schon zu oft. Die betroffene Menschen werden sich dies jetzt und in Zukunft gut merken.

Die Anstellungsbedingunge​​n über 45-Jähriger, deren Sozialbeiträge für die Arbeitnehmer steigen dann von 15- auf 18 % ihres Gehaltes an, was mit ein Grund dieser Thematik ist, es aber nicht sein müsste, so wie die Verantwortlichen immer behaupten. Etwas überspitzt ausgedrückt, eine neue Form der Sklaverei breitet sich in der Schweiz aus, diesmal der Inländer, der eigenen Arbeitnehmer (Schweizer & der gut assimilierten Ausländer). Folgende Bereiche sind sehr schwierig geworden für Einheimische:

Info​​rmatik

Schon ab 45 ist der IT-Arbeitsmarkt für viele Arbeitnehmer schwierig: "In der Konkurrenz bezüglich aktuellem technischem Know-how verlieren sie gegen Jüngere", sagt Rolf Walser von der Personal- und Unternehmensberatung Nexus. Es gebe lediglich noch einige wenige Nischen, wie beispielsweise ältere Programmiersprachen oder alte Systemwelten, wo die junge Konkurrenz fehle. "Ich denke es ist ein Irrglaube, dass sich ältere Informatiker noch neueres Wissen aneignen sollen, um im heutigen Job-Markt erfolgreicher zu sein: Besser ist, sich von der Technologie wegzubewegen und allgemeinere Bereiche wie IT-Organisation oder Schnittstellenfunktio​​nen anzustreben", sagt Walser.

Gemäss Beat Mühlemann, Personalberater in Bern, gibt es laut Statistik schwierigere Bereiche als die IT. "Das liegt aber auch daran, dass sich Informatiker, die über eine längere Zeit auf Stellensuche sind, neu ausrichten." Gut ausgebildete IT Fachkräfte, die über ein aktuelles IT-Wissen verfügen, weichen demzufolge der Arbeitslosigkeit aus, indem sie ein eigenes Unternehmen gründen und als Consultant oder als Zeitarbeitskraft für Unternehmen tätig sind. "Ehemalige Quereinsteiger ohne fundierte Informatik Ausbildung finden oft nur eine neue Anstellung, wenn sie beim Salär Einbussen in Kauf nehmen", sagt Mühlemann.

Finanzb​ra​nche, kaufmännische Berufe, Sachbearbeiter

Die​​ Finanzbranche ist im Nachgang zur Finanzkrise ein schwieriges Pflaster für ältere Arbeitnehmer geworden. Entlassungsrunden und immer neue Restrukturierungen haben den Druck erhöht. Anstellungsverhältnis​​se werden belastet, wenn dauernd die Chefs wechseln, unablässig neue Strategien und Prozesse eingeführt werden und die Anforderungen unklarer werden. Der Arbeitsmarkt in diesem Sektor, der vor der Krise noch boomte, ist mittlerweile ausgedünnt.

Die typischen Bürojobs sind ebenfalls schwierig geworden. Dies ist vor allem der Fall in schrumpfenden Branchen wie der oben erwähnten Finanzindustrie. Die Chance auf eine Anstellung in diesem Bereich steigen mit dem Grad der Spezialisierung. Eine gute Aus- und Weiterbildung ist aber noch keine Garantie für eine Neuanstellung: Die Unternehmen haben immer klarere Vorstellungen davon, was sie von Bewerbern erwarten. Faktenspezifische Erfahrung und Ausbildung stehen oft vor dem Potential.



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64%
(14 Stimmen)
Georg Bender sagte Vor 20 Tagen

Die Grundsicherung ist im Preis des Produktes enthalten. Ohne Korrektur des bestehenden Systems, welche die Zukunft nicht absichert, wird der Wirtschaft die Kaufkraft fehlen!
Diese Realität "predige" ich nun seit Jahren, wird jedoch einfach nicht verstanden?

Desto höher die Grundsicherung in den Preisen einkalkuliert ist, desto besser geht es der Gesellschaft. Die Versklavung ist beendet! Es wäre einfach, wenn man das Geldsystem in seiner Entstehung und Auswirkung verstehen möchte? Geld, geschöpft aus dem Nichts kann niemals fehlen! Es ist eine Frage der Umsetzung!


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54%
(13 Stimmen)
Elsi D. Stutz sagte Vor 20 Tagen

Die hohen BVG Beiträge bei den Ü50, sind ein längst, bestens und unbestritten, bekannter Grund, weshalb sich die Stellensuche für diese Mitarbeiter enorm erschwert. Offensichtlich lag es unseren Politikern aber komplett fern, dieses Problem, im Rahmen einer Rentenreform, endlich zu beseitigen. Genauso fern, scheint es ihnen zu liegen, dafrü zu sorgen, dass ALLE Schüler der deutschen Sprache müdlich und schriftlich mächtig sind und ev. sogar etwas rechnen können und sich ev. sogar für eine Berufslehre begeistern können, anstatt nur von der Nati A Liga zu träumen (oder Kick-Box Karriere), wenn es schon für's Studium nicht reicht.

Alles offenbar vernachlässigbar! Aber Genderkunde, das ist relevant für's Leben!!!



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58%
(12 Stimmen)
jan eberhart sagte Vor 20 Tagen

Das ist doch die Prämisse der SVP - maximale Freiheit, ganz bestimmt kein Sozialismus wie in Frankreich und Skandinavien? Eigenverantwortung anstelle eines Staates der sich überall einmischt?




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47%
(17 Stimmen)
Frank Wagner sagte Vor 20 Tagen

In der Realität ist die Altersgruppe über 50 diejenige mit der niedrigsten Arbeitslosenquote. Diejenigen um 18 bis 25 denen Sie nicht die "Zuversicht für ihr Berufsschicksal" nehmen möchten sind weit höher von Arbeitslosigkeit betroffen als diejenigen über 50.

Unbestritten das dann WENN mal ein über 50jähriger seine Stelle verliert die Stellensuche schwierig sein KANN, aber grober Unfug zu behaupten das diese alles was Sie besitzen erst aufbrauchen müssen. Sie vergessen die Arbeitslosenentschädi​gung, die ab einem bestimmten Alter sogar erhöht ist.

Wie Sie bei dieser Problematik die Brücke zur Personenfreizügigkeit​ schlagen ist ebenfalls schwierig nachzuvollziehen. Zum Zeitpunkt der Einführung der Personenfreizügigkeit​ 2002 war die Arbeitslosigkeit deutlich höher als heute, und es sind seit Einführung der Personenfreizügigkeit​ weit mehr Stellen geschaffen worden als Menschen aus der EU eingewandert sind. Wenn aufgrund leichter Verfügbarkeit von Fachkräften Stellen in der Schweiz geschaffen werden, profitieren auch Schweizer Arbeitnehmer davon.

Ich kenne einige Fälle von Arbeitslosigkeit über 50, und in nicht wenigen Fällen davon ist leicht zu erkennen was das Problem ist: eher keine "externen" Gründe.



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